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Duodenaltumor

Englisch: duodenal tumour, duodenal tumor

1 Definition

Duodenaltumoren sind Tumoren im Bereich des Zwölffingerdarms, also im Darmabschnitt zwischen Magen und Jejunum.

2 Einteilung

2.1 Maligne Tumoren

Diese sind sehr selten, aber häufiger als die benignen duodenalen Tumoren. Möglich sind Karzinome, die bei familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) gehäuft auftreten. Außerdem gibt es Sarkome, die in die Bauchspeicheldrüse wachsen können und gastrointestinale Stromatumoren (GIST).

2.2 Benigne Tumoren

Möglich sind ein Brunneriom, das von den Brunner-Drüsen ausgeht, Lipome, Myome, Adenome und das Gastrinom (beispielsweise beim Zollinger-Ellison-Syndrom).

3 Klinik

Die Tumoren können gastrointestinalen Blutungen auslösen und daher Teerstühle verursachen. Wenn sie zu Strikturen und Stenosen führen, klagen die Patienten oftmals über Schmerzen, Nausea und Völlegefühl. Es kommt auch zum Erbrechen.

Im Labor können AP und gamma-GT erhöht sein, und zwar wenn es zu Cholestase infolge Verstopfung der Papilla duodeni major kommt. Dabei kann auch ein Ikterus auftreten.

4 Diagnose

Als Basismaßnahmen dienen die Anamneseerhebung und die klinische Untersuchung.

4.1 Bildgebung

Es kann eine Magen-Darm-Passage (MDP) mittels Kontrastmittel vollzogen werden. Außerdem ist eine ERCP möglich, um mögliche Prozesse an der Papilla Vateri ausfindig zu machen. Weiterhin kommen Computertomographie oder MRT in Betracht.

4.2 Endoskopie

Mit der Endoskopie bekommt man nicht nur einen guten Überblick, sondern kann direkt auch eine Biopsie für die Pathologie machen. Außerdem kann man die Infiltrationstiefe mittels Endosonographie bestimmen und damit für das Staging bei malignen Tumoren entscheidende Erkenntnisse gewinnen.

5 Therapie

  • Benigne Tumoren kann man endoskopisch mit der Schlinge abtragen. Sind die im Durchmesser zu groß, oder besteht Blutungsgefahr, sollte man eine offene oder laparoskopische Segmentresektion vorziehen.
  • Malignen Tumoren des Duodenums begegnet man primär via Laparotomie. Insbesondere bei Veränderungen an der Flexura duodenojejunalis empfiehlt sich eine Teilresektion des Duodenums.

Die proximale Duodenopankreatektomie nach Whipple birgt ein hohes Risko für die Patienten, intraoperativ zu versterben.

6 Komplikationen

Wenn der Tumor das Lumen gänzlich verlegt, kann es - ehe es zum Ileus mit den bekannten tödlichen Folgen kommt - zu Antiperistaltik und Erbrechen kommen.

Es besteht immer ein gewisses Entartungsrisiko für die benignen Tumoren. Durch Papillenobstruktion kann sich Sekret aus Bauchspeicheldrüse und Galle aufstauen, was eine Pankreatitis und Cholezystitis auslösen kann.

7 Differentialdiagnose

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Fachgebiete: Viszeralchirurgie

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