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Cariprazin

Handelsname: Reagila®

1 Definition

Cariprazin is ein Arzneistoff aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika.[1]

2 Chemie

Unknown

3 Wirkmechanismus

Neuroleptika werden in der Therapie der Schizophrenie eingesetzt, da sie antipsychotisch und sedierend wirken. Heute werden sie aufgrund ihrer Wirkung zunehmend als Antipsychotika bezeichnet. Sie lassen sich in Generationen aufteilen und können innerhalb dieser nochmal nach ihrer jeweiligen pharmakologischen Potenz gegliedert werden:

Da Psychosen vor allem auf die Wirkung der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin zurück zu führen sind, müssen auch entsprechend deren Rezeptoren im ZNS gehemmt werden. Verschiedene Arzneistoffe binden kompetitiv an Dopamin- oder Serotoninrezeptoren und regulieren als Antagonisten den Einfluss der Neurotransmitter auf die Psyche.

Cariprazin ist ein Partialagonist am D3-, D2- und 5HT1A-Rezeptor (Anxiolyse). Am 5HT1-, 5HT2A- und 5HT2B-Rezeptor zeigt es eine antagonistische Wirkung. Welcher dieser Effekte die Wirkung bei Schizophrenie genau vermittelt ist bislang nicht geklärt.[2]

4 Pharmakokinetik

Cariprazin besitzt zwei pharmakologisch aktive Metaboliten, Desmethylcariprazin und Didesmethylcariprazin, die eine ähnliche Aktivität aufweisen. Die absolute Bioverfügbarkeit von Cariprazin ist nicht bekannt. Es wird nach oraler Gabe gut resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden etwa 3 bis 8 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Elimination erfolgt hauptsächlich über den Leberstoffwechsel. Die Eliminationshalbwertszeit von Cariprazin liegt bei etwa 2 Tagen.[2]

5 Indikation

  • Behandlung erwachsener Patienten mit Schizophrenie[2]

6 Dosierung

Die empfohlene Dosis von Cariprazin beträgt einleitend 1,5 mg einmal täglich. Bleibt die erhoffte Wirkung aus, kann die Dosis langsam in 1,5-mg-Schritten bis zur maximalen Tagesdosis von 6 mg gesteigert werden.[2]

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Darreichungsform

Der Arzneistoff ist in Form von Hartkapseln in verschiedenen Dosierungen erhältlich.[2]

8 Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen treten sehr häufig (≥ 1:10) oder häufig (≥ 1:100, < 1:10) auf:[2]

9 Wechselwirkungen

Caripiprazin wird über das Cytochrom-P450-System metabolisiert, fast ausschließlich über CYP3A4, in geringem Maße aber auch über CYP2D6. Der Arzneistoff sollte also nicht zusammen mit Inhibitoren oder Induktoren dieser Enzyme eingenommen werden.[2]

10 Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff
  • gleichzeitige Gabe von starken oder moderaten CYP3A4-Induktoren/-Inhibitoren
  • Schwangerschaft und Stillzeit

11 Zulassung

Das Arzneimittel ist in der EU seit 2018 zugelassen. Cariprazin wird von Recordati Pharma vermarktet.[2]

12 Nutzenbewertung

Der Zusatznutzen einer Therapie mit Cariprazin wird vom G-BA auf der Basis der vom IQWiG ausgewerteten Studienergebnisse wie folgt eingeordnet:

  • nicht quantifizierbarer Zusatznutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie bei Patienten mit Schizophrenie und überwiegender Negativsymptomatik[3]

13 Kosten

Die Jahrestherapiekosten betragen pro Patient rund 4.000 €.[3]

14 Quellen

  1. Pharmazeutische Zeitung Online Cariprain abgerufen am 20.09.29018
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Fachinfo Cariprazin abgerufen am 20.09.2018
  3. 3,0 3,1 IQWiG-Berichte – Nr. 646-Cariprazin (Schizophrenie) Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V abgerufen am 19.09.2018

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