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Akne (Katze)

Synonyme: Follikulitis bzw. Perifollikulitis des Kinns

1 Definition

Unter Akne versteht man eine Follikulitis bzw. Perifollikulitis der Haarfollikel des Kinns bei der Katze.

2 Ätiopathogenese

Am Kinn sind besonders viele Talgdrüsen vorzufinden. Als Ursache gilt eine follikuläre Keratinisierung, die zur Komedonenbildung führt. Durch sekundäre Infektionen mit Bakterien oder Malassezien entstehen Papeln und Pusteln, welche die Haarfollikel einbeziehen. Bei Ausbreitung der Infektion kann es zur Furunkelbildung kommen.

Es sind keine Alters-, Geschlecht- oder Rasseprädispositionen bekannt.

3 Klinik

Die Erkrankung ist durch verschiedene Veränderungen - insbesondere am Kinn und der Unterlippe - gekennzeichnet. Häufige klinische Anzeichen sind:

Sekundärinfektionen können das klinischen Bild verschlimmern und zur Furunkelbildung führen.

4 Diagnostik

Eine Verdachtsdiagnose kann meist bereits anhand des klinischen Bildes gestellt werden. Zur Diagnosesicherung sind zytologische Untersuchungen von Hautgeschabseln und eventuelle Bakterien- und Pilzkulturen sinnvoll.

5 Differentialdiagnosen

Als Differentialdiagnosen müssen unter anderem Abszesse, Dermatophytosen, eosinophile Granulome, allergische Dermatitiden (z.B. Flohspeichelallergie) oder Neoplasien in Betracht gezogen werden.

6 Therapie

Die Haut sollte regelmäßig mit milden desinifzierenden Seifenlösungen gereinigt werden. Zur Prophylaxe von Rezidiven ist das Kinn auch nach Abheilen der Läsionen mit milden Seifenlösungen oder Chlorhexidin-haltigen Cremes zu behandeln. Falls eine Pilzinfektion vorliegt, ist eine Therapie mit einer antimykotischen Salbe indiziert.

Bei ausgeprägten bakteriellen Infektionen kann ggf. eine orale Antibiotikatherapie über drei bis vier Wochen durchgeführt werden. Falls eine starke Entzündung vorliegt, ist in manchen Fällen eine Behandlung mit oralen Glukokortikoiden sinnvoll. Die Glukokortikoidgabe darf aber erst nach Abheilung der bakteriellen Infektion gestartet werden.

7 Prognose

Die Prognose gilt in der Regel als gut, jedoch ist eine vorbeugendes Management zur Verhinderung von Rezidiven unbedingt notwendig.

8 Quellen

  • Schmidt V, Horzinek MC (Begr.), Lutz H, Kohn B, Forterre F (Hrsg.). 2015. Krankheiten der Katze. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG. ISBN: 978-3-8304-1242-7.

Diese Seite wurde zuletzt am 31. März 2021 um 12:38 Uhr bearbeitet.

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