Eisen
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von lateinisch: ferrum - Eisen
Chemisches Kürzel: Fe
Englisch: iron
1. Definition
Eisen ist ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 26 und einem Atomgewicht von etwa 55,8. Zusammen mit dem Kobalt und Nickel gehört es zu den ferromagnetischen Metallen. In chemischen Verbindungen kann Eisen in zwei - oder dreiwertiger Form auftreten (Fe2+ oder Fe3+). Reines Eisen ist in einer Sauerstoffatmosphäre nicht beständig und bildet zweiwertige und dreiwertige Oxide.
2. Physiologie
Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das in der Biologie eine wichtige Rolle spielt. Es kommt u.a. als Zentralatom im Hämoglobin und im Myoglobin vor. Die gesamte Eisenmenge (Gesamtkörpereisen) beträgt beim Erwachsenen ungefähr 4-5 g. Sie teilt sich wie folgt auf:
- Funktionseisen (ca. 75%): Eisen in aktiven biologischen Verbindungen
- Hämoglobin: 2-2,5 g
- Myoglobin: 0,3-0,4 g
- Eisen in Enzymen (z.B. Cytochrom P 450): ca. 0,1 g
- Speichereisen (ca. 25%): Nicht biologisch aktive Eisenreserven
- Ferritin: 0,7-0,8 g
- Hämosiderin: 0,2-0,3 g
- Transferrin (Serumeisen, labiler Eisenspeicher): ca. 0,004 g
Der tägliche Eisenverlust beträgt ca. 1-2 mg pro Tag. Mit der Ernährung werden etwa 10 bis 20 mg Eisen pro Tag aufgenommen. Im menschlichen Gastrointestinaltrakt wird nur das zweiwertige Eisen (Fe2+) resorbiert. Die Aufnahme von Eisen erfolgt im Dünndarm, wo Eisen auch in Form von Ferritin gespeichert wird. Im Blut liegt Eisen als dreiwertiges Kation (Fe3+) vor und ist an Transportproteine (Transferrin) gebunden, da es in freier Form Radikal-bildende Reaktionen katalysiert.
siehe auch: Eisenstoffwechsel
3. Laborparameter
4. Eisenvergiftung
Die letale Dosis wird zwischen 35 und 630 mg/kg Körpergewicht an Eisensalzen angegeben.
4.1. Symptome
Symptome einer Eisenintoxikation sind:
- Emesis (Erbrechen)
- hämorrhagische Gastritis
- Diarrhoe (Durchfall)
- Schock
- toxische Hepatitis
- Nierentubulus-Nekrose
- Herzinsuffizienz
- Hirnödem
4.2. Therapie
Es ist auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten. Die Gabe von Milch oder rohen Eiern hat sich als sinnvoll erwiesen. Gegebenenfalls erfolgt eine Magenspülung mit 1%iger Natriumhydrogencarbonat-Lösung. Als Antidot kommen 8-12 g Deferoxamin oral per Magensonde und die Applikation von Aktivkohle in Betracht. Parenteral wird Deferoxamin mit maximal 6 g/Tag gegeben. Ggf. Schocktherapie.