Zongertinib
Handelsname: Hernexeos®
Englisch: zongertinib
Definition
Zongertinib ist ein antineoplastischer Arzneistoff aus der Gruppe der Tyrosinkinasehemmer. Er gehört zu den HER2/neu-Inhibitoren und wird bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) mit HER2-Mutationen eingesetzt.
Chemie
Zongertinib ist ein niedermolekularer, oral verfügbarer Arzneistoff. Die Substanz ist strukturell so optimiert, dass sie selektiv mutierte Formen des HER2/neu-Rezeptors hemmt. Die Summenformel lautet C29H29N9O2.
Wirkmechanismus
Zongertinib hemmt selektiv die Tyrosinkinase-Aktivität von HER2 (ERBB2). Durch die Blockade der intrazellulären Signaltransduktion kommt es zu einer Hemmung proliferationsfördernder Signalwege wie dem MAP-Kinase- und dem PI3K-Akt-Signalweg. Dies führt zu einer
- Hemmung der Zellproliferation
- Apoptose der Tumorzellen
- Reduktion des Tumorwachstums
Pharmakokinetik
Die orale Bioverfügbarkeit von Zongertinib beträgt etwa 76 %. Die Zeit bis zum Erreichen der maximalen Plasmakonzentration (Tmax) liegt im Median bei etwa 2 Stunden. Unter der empfohlenen Dosierung wird der Steady State nach ca. 2,5 Tagen erreicht. Das scheinbare orale Verteilungsvolumen beträgt etwa 118 L.
Die Plasmaproteinbindung liegt bei über 99 %. Die spezifischen Bindungspartner sind bislang nicht abschließend charakterisiert.
Der Metabolismus erfolgt überwiegend hepatisch über mehrere Wege, insbesondere durch CYP3A4- und CYP3A5-vermittelte Oxidation sowie durch UGT1A4-abhängige Glucuronidierung. Ein weiterer Stoffwechselweg ist die Glutathion-Konjugation. Es wurden mehrere Metaboliten identifiziert, darunter monooxidierte und Cystein-konjugierte Verbindungen.
Die Elimination erfolgt überwiegend fäkal. Nach oraler Gabe werden etwa 93 % der Dosis über die Faeces und etwa 1,3 % renal ausgeschieden. Ein relevanter Anteil wird unverändert im Stuhl eliminiert, während die renale Ausscheidung des unveränderten Wirkstoffs gering ist.
Die effektive Eliminationshalbwertszeit im Steady State beträgt etwa 12 Stunden. Nach einer Einzeldosis wurden längere terminale Halbwertszeiten von über 40 Stunden beobachtet.
Indikationen
- Fortgeschrittenes oder metastasiertes nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom (NSCLC) mit HER2-Mutation
Darreichungsformen
Dosierung
Die empfohlene Dosierung ist abhängig vom Körpergewicht:
- < 90 kg: 120 mg
- ≥ 90 kg: 180 mg
Die Dosis wird als tägliche Einmalgabe verabreicht. Weitere Details sind der Fachinformation zu entnehmen.
Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.
Nebenwirkungen
Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen unter anderem:
- Diarrhö, Übelkeit, Erbrechen
- Exanthem, Nagelveränderungen
- Fatigue
- Husten, Dyspnoe
- Muskuloskelettale Schmerzen
- Atemwegsinfektionen
Klassentypisch können zudem hepatotoxische Effekte, kardiale Nebenwirkungen (linksventrikuläre Dysfunktion) und Pneumonitis auftreten.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen ergeben sich mit Substanzen, die ebenfalls über CYP3A metabolisiert werden, also mit CYP3A4-Induktoren und -Inhibitoren.
Kontraindikationen
Kontraindikationen werden derzeit (2026) nicht ausgewiesen. Der Wirkstoff ist embryotoxisch.
Zulassung
Zongertinib wurde im Februar 2026 in den USA zur Behandlung von Patienten mit NSCLC mit HER2-Mutation zugelassen. Die Zulassung umfasst Patienten mit progredienter Erkrankung nach vorheriger systemischer Therapie. In der EU ist der Wirkstoff derzeit (2026) nicht zugelassen.