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Harnstein

(Weitergeleitet von Urolith)

Synonym: Urinstein, Urolith
Englisch: urinary calculus

1 Definition

Harnsteine sind Konkremente, die im Rahmen einer Urolithiasis in den Harnwegen ausfallen.

2 Einteilung

Die Einteilung der Harnsteine kann nach mehreren Prinzipien erfolgen.

2.1 ... nach Lokalisation

2.2 ... nach Röntgendichte

2.3 ... nach Begleitumständen

2.4 ... nach chemischer Zusammensetzung

3 Pathophysiologie

Die Entstehung von Harnsteinen ist ein multifaktorieller Prozess, der zur Kristallisation von im Urin gelösten Substanzen führt. Ist der Urin übersättigt und fehlen gleichzeitig antilithogene Einflussfaktoren, kommt es zu einer Bildung und Aggregation von Kristallen. Anschließend lagern sich neue Kristalle an deren Oberfläche an, wodurch die typische Schichtung der Harnsteine entsteht. Darüber hinaus wird die Rolle von organischen Substanzen als Kristallisationszentrum bzw. Matrix der Steinbildung diskutiert.

Begünstigende Faktoren für die Harnsteinbildung sind u.a.:

4 Labormedizin

Neben der chemischen Analyse des Harnsteines ist die gleichzeitige Untersuchung des Urins auf lithogene und antilithogene Substanzen zur Abschätzung des Harnsteinrisikoprofils sinnvoll. Eine Konzentrationserhöhung lithogener Substanzen sowie eine Konzentrationsverringerung von antilithogenen Substanzen im Urin gehen mit einem erhöhten Harnsteinrisiko einher.

4.1 Material

Für die Untersuchung werden 50 ml eines 24-h-Sammelurins benötigt.

4.2 Parameter

4.2.1 Lithogene Substanzen

Substanz Referenzbereich
Calcium
  • Frauen: bis 6,2 mmol/Tag
  • Männer: bis 7,5 mmol/Tag
Phosphat 16 bis 58 mmol/Tag
Harnsäure bis 800 mg/Tag
Oxalat bis 45 mg/Tag
Cystin bis 200 mg/Tag

4.2.2 Antilithogene Substanzen

Substanz Referenzbereich
Magnesium über 70 mg/Tag
Citrat über 400 mg/Tag

4.2.3 Ergänzende Diagnostik

Substanz Bewertung
pH-Wert im Urin
  • unter 6 (Azidose): kann zur Entstehung von Harnsäuresteinen beitragen.
  • über 7,5 (Alkalose): kann zur Entstehung von Phosphatsteinen beitragen.
spezifisches Uringewicht über 1,038 g/ml als Hinweis auf eine Exsikkose
Protein im Urin über 150 mg/Tag als Hinweis auf eine Proteinurie

5 Hinweis

Unter adäquater diätetischer und medikamentöser Behandlung kann die Rezidivrate von 50 bis 100 % auf 10 bis 15 % reduziert werden.

siehe: Urolithiasis

5.1 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 09.03.2021
  • Walther, S. Ihr Arsenal gegen Harnsteine, MMW Fortschr. Med. 2010; 152(16): 42-46, abgerufen am 22.07.2019

Fachgebiete: Labormedizin, Urologie

Diese Seite wurde zuletzt am 16. April 2021 um 15:18 Uhr bearbeitet.

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