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Spezifisches Uringewicht

Synonyme: Spezifisches Gewicht des Urins, Urindichte
Englisch: relative density of urine; specific gravity of urine

1 Definition

Das spezifische Uringewicht, kurz SG, ist ein Maß für die Masse des Urins je Volumeneinheit. Der Laborparameter wird im Rahmen des Urinstatus erhoben.

2 Präanalytik

Für die Untersuchung wird i.d.R. der erste Morgenurin entnommen. Bei speziellen Fragestellungen können auch ein Durstversuch über 18 Stunden durchgeführt und spontane Urinproben untersucht werden.

Die Urinproben behalten ihr spezifisches Uringewicht über mindestens drei Stunden bei Raumtemperatur, über 7 Tage bei Kühlschranktemperatur und in eingefrorenem Zustand sogar über 3 Monate.

3 Messmethoden

Traditionell erfolgt die Messung mittels Senkspindeln (Urometer). Seit Einführung von Urinteststreifen, die auf der Messung von Kationen mit einem pH-Indikator beruht, ist dieses Verfahren unüblich.

Inzwischen erfolgt die Messung des spezifischen Uringewicht mithilfe eines Refraktometers. Dabei wird die Lichtbrechung des Urins gemessen, die direkt abhängig von der Zahl der im Urin gelösten Teilchen ist. Außerdem werden vermehrt kontinuierlich messende Verfahren zur Leitfähigkeitmessung (Urimeter) angewendet. Als Referenzmethode gilt die Wägung des Urins mittels Pyknometer.

4 Referenzbereich

  • 1,010 bis 1,030 g/ml

In der Literatur finden sich auch andere Angaben mit engerem (1,016-1,022) oder weiterem Referenzbereich (1,002-1,04). Im Zweifelsfall ist der vom Labor angegebene Referenzwert ausschlaggebend.

Nach einem Durstversuch hat der Urin aufgrund der Flüssigkeitskarenz ein Dichte von > 1,03 g/ml.

5 Interpretation

Von einer Isosthenurie spricht man bei einem konstanten spezifischen Gewicht von 1,010 g/ml, unabhängig vom Urinvolumen. Sie kommt bei Nierenschäden vor, wenn infolge einer schweren Organschädigung die Konzentrations- bzw. Verdünnungsfähigkeit verloren gegangen ist.

5.1 Hyposthenurie

5.2 Hypersthenurie

6 Terminologie

Der Begriff "spezfisches Uringewicht" wird zwar weitläufig verwendet, ist aber physikalisch betrachtet falsch. Das spezifische Gewicht, auch Wichte genannt, ist nämlich als Gewichtskraft/Volumen definiert. Es müsste dann nicht in der Einheit g/ml, sondern in N/m3 bzw. kg/m2·s2 angegeben werden. Statt vom spezifischen Uringewicht sollte man daher besser von Urindichte sprechen.

Fachgebiete: Labormedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Februar 2021 um 12:25 Uhr bearbeitet.

Das Lexikon in allen Ehren, aber dimensionslos ist wahrscheinlich auch falsch. Ich habe das mal im letzten Abschnitt gerade gerückt.
#4 am 13.02.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Laut Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik, dessen Text diesem hier stark ähnelt, ist das spezifische Gewicht, auch relative Dichte, dimensionslos. Die Dichte hat die Einheit g/ml oder kg/l, SI-Einheit kg/m^3
#3 am 12.02.2021 von Dr. med. Norbert Ostendorf (Arzt | Ärztin)
Danke für den Hinweis.
#2 am 16.04.2020 von Bijan Fink (Arzt | Ärztin)
Der Referenzbereich für das spezifische Uringewicht beträgt (für Spontanurin) 1,001-1,040g/ml. Der angegebene Referenzbereich ist um den Faktor Tausend zu hoch angegeben. Ein Uringewicht von 1000g/ml bedeutet, dass ein Millilter ein Kilogramm wiegt. Ein Liter Urin würde dann eintausend Kilogramm wiegen. (Das ist eine Tonne!)
#1 am 10.04.2020 von Dr. med. David Liehre (Arzt | Ärztin)

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