Blasenstein
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LoslegenSynonym: Harnblasenstein
Englisch: bladder stone
Definition
Ätiologie
Blasensteine entstehen überwiegend sekundär als Folge einer gestörten Blasenentleerung. Hauptursache ist die Blasenauslassobstruktion, die für mehr als 75 % der Blasensteine verantwortlich ist. In dieser Gruppe sind über 90 % der Betroffenen Männer, typischerweise über 50 Jahre mit benigner Prostatahyperplasie (BPH).
Weitere Ursachen einer inadäquaten Blasenentleerung sind:
- Harnröhrenstriktur
- Blasenhalsstenose
- Blasendivertikel
- neurogene Blasenfunktionsstörungen
- Urogenitalprolaps (bei Frauen)
Daneben können Fremdkörper wie Blasenkatheter oder Nahtmaterial als Kristallisationskeim dienen, ebenso Harnwegsinfekte (v.a. mit ureasebildenden Erregern). Seltener handelt es sich um aus dem oberen Harntrakt migrierte Steine oder um primär idiopathische Steine, die vor allem bei Kindern in Regionen mit Mangelernährung auftreten.
Einteilung
Nach der Entstehung werden unterschieden:
- Migrierte Steine: aus dem oberen Harntrakt in die Blase gelangt
- Primäre (idiopathische) Steine: meist ernährungsbedingt, v.a. bei Kindern
- Sekundäre Steine: bei Harnabflussstörung, Infektion, Fremdkörpern oder Blasenersatz
Häufige Steinzusammensetzungen sind Harnsäure, Calciumoxalat und Magnesium-Ammonium-Phosphat (Struvit).
Symptome
Blasensteine können vollständig asymptomatisch sein. In den meisten Fällen kommt es jedoch zu Beschwerden, die folgende Symptome umfassen können:
Bei oder nach der Miktion können dumpfe oder stechende Schmerzen auftreten, die vom Patienten im Penis, Skrotum, Perineum oder in der Hüfte lokalisiert werden. Bewegung oder Anstrengung können den Schmerz verstärken.
Diagnostik
Labor
Im Urinstatus können eine Hämaturie und Kristallurie sowie – bei begleitendem Infekt – eine Bakteriurie oder Pyurie nachweisbar sein.
Bildgebung
Primäres Diagnoseverfahren ist die Sonografie der Harnblase.[1] Ergänzend kommen Röntgen (Abdomenübersichtsaufnahme) und die Computertomografie zum Einsatz. Die Zystoskopie erlaubt die direkte Darstellung der Steine und wird häufig mit der Therapie kombiniert.
Therapie
Kleine Blasensteine können bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr spontan abgehen. Größere Steine werden interventionell entfernt:
- Transurethrale Zystolitholapaxie: Standardverfahren; endoskopische Steinzertrümmerung (mechanisch, pneumatisch, elektrohydraulisch, Ultraschall- oder Laserlithotripsie) mit anschließender Spülung der Fragmente
- Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL): bei Blasensteinen seltener eingesetzt
- Perkutane Zystolithotomie: v.a. bei Kindern zur Schonung der Harnröhre sowie bei sehr großen Konkrementen
- Offene Zystotomie: nur noch in Ausnahmefällen
Entscheidend ist die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache (z.B. der Blasenauslassobstruktion), um Rezidive zu vermeiden.[1]
Prognose
Wird die auslösende Ursache – insbesondere eine Blasenentleerungsstörung – nicht beseitigt, besteht ein hohes Rezidivrisiko.
Quelle
- ↑ 1,0 1,1 Skolarikos A, Neisius A, Petřík A, et al. EAU Guidelines on Urolithiasis. European Association of Urology; 2025. Verfügbar unter: EAU Guidelines on Urolithiasis.
Literatur
- Michel MS, Thüroff JW, Janetschek G, Wirth M (Hrsg.). Die Urologie. Springer; 2016.