Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie

Synonym: ESWL
Englisch: extracorporal shock wave lithotripsy

1 Definition

Als extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, kurz ESWL, bezeichnet man die nichtinvasive mechanische Zertrümmerung von Präzipitaten (vor allem Nierensteinen und Harnleitersteinen, aber auch z.B. Gallensteinen) durch fokussierte Stoßwellen.

Eine andere Form der Lithotripsie ist die intrakorporale Lithotripsie, bei der eine Sonde endoskopisch eingesetzt wird, um Konkremente zu zerkleinern.

2 Verfahren

Die Stoßwellen werden über einen Generator in Form energiereicher kurzgepulster Schallwellen erzeugt und über einen auf die Haut aufgelegten Sender in den Körper geleitet. Die Schallwelle läuft im Körper konzentrisch zu einem Focus zusammen. Daher ist die Eintrittsfläche an der Haut relativ groß und die Haut wird nicht stark traumatisiert. Das zu zertrümmernde Konkrement muss möglichst genau im Focus der Stoßwelle positioniert werden.

Entsprechende Stoßwellengeneratoren sind zumeist in Therapieeinheiten (ESWL-Anlagen) integriert, die über bildgebende Verfahren (Röntgen, Sonographie) die Ortung der Konkremente ermöglichen. Zur Zertrümmerung eines Steines werden in der Regel mehrere Hundert Stoßwellen appliziert.

3 Indikation

Anwendungsgebiete der extrakorporalen Stoßwellentherapie sind

Zertrümmerte Harn- und Gallensteine werden nach erfolgreicher Lithotripsie auf natürlichem Wege ausgeschieden.

Die Erfolgsrate der Harnsteinbehandlung mittels ESWL beträgt 80%. Eine alternative Behandlungsoption großer Konkremente bildet die lokale endoskopische Steinzertrümmerung (ISWL).

Animation der ESWL bei Nephrolithiasis (Englisch)

4 Geschichte

Die extrakorporale Stoßwellenlithotrypsie wurde in Deutschland von der Fa. Dornier entwickelt, der erste routinetaugliche Lithotripter hiess Dornier HM3 (Human Model 3) und kam 1980 auf den Markt. Die Stoßwellen wurden in diesem Gerät durch die Zündung eines elektrischen Funkens unter Wasser erzeugt. Der Patient lag ebenfalls in der wasssergefüllten Wanne, die auch als "teuerste Badewanne der Welt" bezeichnet wurde. Das Wasser wurde benötigt, um eine gute Schalleitung zu erzielen.

Die Geräte wurden rasch weiterentwickelt, der Stoßwellengenerator wird heute nur noch über ein Wasserkissen an Bauch oder Rücken des Patienten gepreßt.

siehe auch: extrakorporale Stoßwellentherapie, extrakorporale piezoelektrische Lithotripsie, Ultraschalltherapie

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