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Retikulozyt

Synonyme: Proerythrozyt, Erythrocytus reticularis, ER
Englisch: reticulocyte

1 Definition

Ein Retikulozyt ist ein aus einem orthochromatischen Erythroblasten (auch: Normoblasten) hervorgehender junger ("unreifer") Erythrozyt.

2 Histologie

Retikulozyten sind etwas größer als Erythrozyten und stellen sich in der Romanowsky-Färbung etwas bläulicher dar. Sie sind wie die Erythrozyten kernlos, enthalten aber noch Reste von Zellorganellen und RNS, die man als "Substantia reticulogranulofilamentosa" bezeichnet. Diese Reste lassen sich mit bestimmten Farbstoffen (Brillantkresylblau, Nilblau) im Zytoplasma anfärben und stellen sich dann unter dem Lichtmikroskop als feines, granuliertes Netz dar. Im weiteren Übergang der Zelle zum reifen Erythrozyten werden sie durch Autophagie und Exozytose entsorgt.

3 Referenzbereich

Der Anteil der Retikulozyten im peripheren Blut liegt bei etwa 0,5 -1,5% (entsprechend 30.000–80.000 Zellen/µl Blut).

4 Klinik

Das vermehrte Auftreten von Retikulozyten im Blut bezeichnet man als Retikulozytose. Sie ist das Zeichen einer gesteigerten Neusynthese von Erythrozyten (z.B. nach Blutverlusten oder Hämolyse).

Zur Differentialdiagnose von Anämien können folgende Retikulozyten-abhängige Parameter bestimmt werden:

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