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Retikulozytenproduktionsindex

Abkürzung: RPI

1 Definition

Der Retikulozytenproduktionsindex ist ein Laborparameter zur Beurteilung der Blutbildung im Knochenmark. Er wird berechnet aus der Retikulozytenzahl und dem Hämatokrit (HK). Eine einfachere Variante des RPI ist der Retikulozyten-Index.

2 Hintergrund

Die Angabe eines Normbereiches für die Retikulozytenzahl birgt das Problem, dass bei einer niedrigen Hämoglobin-Konzentration bzw. einem niedrigen Hämatokrit die Regenerationsleistung des Knochenmarkes physiologisch gesteigert ist, d.h. eine normale Retikulozytenzahl ist tatsächlich zu niedrig. Außerdem wird die Reifezeit der Retikulozyten im Knochenmark kürzer, dafür im peripheren Blut länger (sog. "shift"). Die Retikulozytenzahl muss also überproportional steigen.

Dies wird mit folgender Formel näherungsweise berücksichtigt:

  • RPI = [Retikulozytenzahl (%) x tatsächlicher HK (l/l)] / [<shift> (d) x 0,45 (idealer HK (l/l))].

Als Wert für <shift> ist dabei einzusetzen:

HKT (l/l) shift (d)
0,45 1
0,35 1,5
0,25 2
0,15 2,5

Im "steady state", bei normaler Regeneration ohne Anämie, ist der RPI etwa 1. Bei Anämie sollte der RPI mindestens 2 sein, niedrigere Werte sprechen gegen eine adäquate Erythropoese.

3 Berechnungshilfe

Diese Excel-Tabelle berechnet aus dem Hämatokrit und der Retikulozytenzahl in Promille oder Prozent den Retikulozytenproduktionsindex (Eingabe nur in die heruntergeladene Tabelle möglich):

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