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Patellafraktur

1 Definition

Unter einer Patellafraktur versteht man einen Knochenbruch (Fraktur) im Bereich der Kniescheibe (Patella).

2 Epidemiologie

Patellafrakturen machen etwa 1% aller Frakturen aus.

3 Ätiopathogenese

In der Regel wird die Fraktur der Kniescheibe durch eine direkte Krafteinwirkung, meistens im Rahmen eines Anpralltraumas (sog. "dashboard injury"), hervorgerufen. Indirekte Krafteinwirkungen sind nur selten Ursache der Patellafraktur.

Es wird unterschieden zwischen einer Querfraktur, einer Längsfraktur, einer Schrägfraktur und einer Mehrfragmentfraktur.

4 Klinik

Die betroffenen Patienten geben einen starken Druck- und Bewegungsschmerz über der Kniescheibe an. Gehen ist in der Regel aufgrund der Schmerzen nicht mehr möglich. Im Kniegelenk kann keine Extension mehr durchgeführt werden.

Häufig kommt es zur Ausbildung eines Gelenkergusses. In der Regel ist die Haut über der Patella aufgeschürft.

4.1 Begleitverletzungen

Verletzungen des Knorpels im Bereich der Kondylen treten häufig gemeinsam mit einer Patellafraktur auf. Auch die Bursen im Bereich des Kniegelenks können verletzt sein.

Im Rahmen eines Anpralltraumas werden aufgrund der Kraftübertragung auch häufig Frakturen im Bereich des Acetabulums oder des Femurschaftes sowie Hüftgelenkluxationen beobachtet.

5 Diagnostik

Im Rahmen der klinischen Untersuchung kann bereits der Verdacht auf eine Patellafraktur geäußert werden. Die Diagnose wird anhand von Röntgenbildern gesichert. Vor allem bei Anpralltraumen sollten zusätzlich die angrenzenden Gelenke geröntgt werden, um keine Begleitverletzungen zu übersehen.

6 Differenzialdiagnose

Eine Ruptur der Patellarsehne oder der Quadricepssehne kann ebenfalls zu einem Ausfall der Streckung im Kniegelenk führen und sollte differenzialdiagnostisch bedacht werden.

Weiterhin sollte beim Betrachten des Röntgenbildes auch an eine Patella bipartita gedacht werden, bei der sich das zweite Fragment häufig lateral-kranial befindet. Im Gegensatz zur Patellafraktur ist das Fragment durch einen abgerundeten und nicht durch einen scharfkantigen Spalt von der Patella abgetrennt.

7 Therapie

Die Patellafraktur wird in der Regel operativ mittels Zuggurtungsosteosynthese und Kirschnerdrähten behandelt, da über die Sehne des Musculus quadriceps femoris starke Zugkräfte auf die Frakturfragmente ausgeübt werden, die häufig zu einer Dislokation führen und die Frakturheilung verhindern.

Eine postoperative Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin ist obligat.

Nach der Operation werden zunächst Bewegungsübungen auf einer Motorschiene durchgeführt. Es folgen eine Teil- und später auch die Vollbelastung des Beines.

8 Prognose

In den meisten Fällen ist die Patellafraktur nach acht Wochen ausgeheilt. Als Folge der Fraktur wird häufig eine Retropatellararthrose beobachtet. Andere mögliche Folgen sind Schmerzen, eine Pseudarthrose, sowie Defizite in der Flexion und der Extension.

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