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Lues-Serologie

1 Definition

Als Lues-Serologie werden labormedizinische Methoden bezeichnet, mit denen eine Infektion durch Treponema pallidum (Syphilis, Lues) anhand der Antikörperbildung nachgewiesen werden kann.

2 Hintergrund

Treponemen können zwar auch direkt nachgewiesen werden, jedoch besitzt die Serologie eine gute diagnostische Zuverlässigkeit und bildet damit die Hauptstütze der Diagnostik. Eine Anzucht ist nur mit Spezialmethoden möglich. Direkte Erregernachweise gelingen z.B. durch:

Hierbei handelt es sich aber nicht um Serologie im eigentlichen Sinne.

3 Durchführung

Auch nach Ausheilung einer Syphilis bleiben die serologischen Teste in der Regel lebenslang positiv. Daher existiert ein Stufenschema, um zwischen aktiver Erkrankung und einer so genannten "Serumnarbe" zu differenzieren. Eine Reinfektion führt zu einem starken Titeranstieg.

3.1 Screeningtest

Die Testverfahren sind weitgehend identisch. Als Zielantigen werden Lysate von Treponema pallidum verwendet, die an Schaferythrozyten oder an Gelatinepartikel gekoppelt sind. Der Vorteil bei Verwendung von Gelatinepartikeln besteht darin, dass der Test nicht durch heterophile Antikörper gestört wird.

Für den Nachweis spezifischer Antikörper können auch Enzymimmunoassays verwendet werden. Diese sind sowohl als klassischer Labortest als auch als Schnelltest in Form der Immunchromatographie verfügbar. Der Schnelltest eignet sich nicht für die Selbstanwendung, da als Probenmaterial bevorzugt Serum zu verwenden ist.

Der Screeningtest wird etwa 2 Wochen nach Infektion positiv. Bei entsprechender Anamnese oder klinischem Verdacht, aber negativem Testergebnis, sollte die Untersuchung im Zeitverlauf kontrolliert werden. Für Syphilis im Sekundärstadium beträgt die Sensitivität praktisch 100%.

Bei Patienten aus tropischen Ländern kommen als Ursache eines positiven TPHA-Tests auch die Erkrankungen Frambösie (Treponema pallidum ssp. pertenue), Bejel (Treponema pallidum ssp. endemicum) und Pinta (Treponema carateum) in Frage.

In seltenen Fällen können Kreuzreaktionen, z. B. durch Borrelien-Antikörper, vorkommen.

3.2 Bestätigungstest

Bei positivem TPHA- bzw. TPPA-Test werden weitere Teste zur Bestätigung und zur Beurteilung der Krankheitsaktivität durchgeführt. Der FTA-Abs-Test (Fluoreszenz-Treponema pallidum-Antikörper-Absorptionstest) ist spezifischer als der TPHA-Test und dient als Bestätigungstest, als IgM-spezifischer FTA-Abs auch zur Beurteilung der Krankheitsaktivität.

Der VDRL-Test (Venereal Disease Research Laboratory) oder die Variante RPR-Test (Rapid-Plasma-Reagin) weist unspezifisch sog. Lipoid-Antikörper nach, der Titerverlauf wird zur Beurteilung des Krankheitsverlaufes bzw. Behandlungserfolges benutzt. Das Antigen in diesem Testsystem gehört zu den Cardiolipinen, ein positiver Lipoid-Antikörpertest allein ist deshalb nicht beweisend für eine Syphilis. Unspezifische Reaktionen, z.B. durch Anticardiolipin-Antikörper, sind möglich.

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