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Enzootische Bronchopneumonie

Synonyme: EBP, Enzootische Rinderpneumonie, Kälbergrippe, Rindergrippe
Englisch: Crowding disease, Shipping Fever

1 Definition

Die enzootische Bronchopneumonie ist eine Atemwegserkrankung des Rindes, die sowohl durch infektiöse, als auch durch nicht-infektiöse Faktoren hervorgerufen wird.

2 Ursachen

Die enzootische Bronchopneumonie kann durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren hervorgerufen werden. Hierzu zählen sowohl infektiöse Faktoren, als auch nicht infektiöse Faktoren. Die infektiösen Faktoren werden als Primärerreger bezeichnet.

2.1 Infektiöse Faktoren

Zu den infektiösen Faktoren der EBP zählen: das Parainfluenza-3-Virus, das bovine respiratorische Synzytial-Virus, die Mannheimia haemolytica Serovare A1 und A6, sowie Pasteurella multocida. Allen diesen Erregern ist gemeinsam, dass sie experimentell dazu in der Lage sind auch einzeln die Krankheit auszulösen.

2.2 Nicht-infektiöse Faktoren

Nicht-infektiöse Faktoren erhöhen vor allem durch Immunsuppression die Empfänglichkeit für die Infektion. Es wird hier zwischen endogenen und exogenen Faktoren unterschieden. Als endogene Faktoren gelten andere Infektionen, erhöhter Stress/Ermüdung, wie nach Transporten oder bei einem Stallwechsel und eine schlechte Immunabwehr. Zu den exogenen Faktoren gehören beispielsweise ein schlechtes Stallklima, suboptimale Versorgung mit Futter/Wasser und ungenügende Versorgung mit Kolostrum. Durch das Zusammenwirken verschiedener endogener und exogener Faktoren kann die Immunabwehr derart gesenkt sein, dass infektiöse Erreger, die sonst nur schwach virulent oder fakultativ pathogen sind, eine Infektion erzeugen können.

3 Pathogenese und Klinik

Die Krankheit wird je nach Schweregrad in verschiedene Grade aufgeteilt.

Im Vorbericht fallen plötzlich einsetzende, mit Fieber verbundene Respirationsstörungen auf. Es können Hypersekretion, Schleimhautödeme, interstitielle Ödeme oder alveoläre Ödeme auftreten. Je nach Schwere der Symptomatik kann es zu akuter Atemnot kommen.

4 Diagnose

Anlaß zu weitergehenden Untersuchungen gibt vor allem die Anamnese. Es ist vor allem auch auf das Umfeld der erkrankten Tiere/das Stallmanagement zu achten. Ein Erregernachweis kann beispielsweise aus Trachealspülproben oder Nasopharyngealabstrichen versucht werden.

5 Therapie

Mit der Therapie sollte so schnell wie möglich begonnen werden, da im Krankheitsverlauf irreversible Lungenschäden entstehen können. Florfenicol ist das Antibiotikum der Wahl bei der enzootischen Bronchopneumonie. Ergänzend wird mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAID) behandelt.

6 Prophylaxe

Es stehen verschiedene Kombinationsimpfstoffe gegen die enzootische Bronchopneumonie zur Verfügung.

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