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Dostarlimab

Handelsname: Jemperli®

1 Definition

Dostarlimab ist ein monoklonaler Antikörper aus der Gruppe der Checkpoint-Inhibitoren. Er wird als Zweitlinientherapie bei rezidivierten oder fortgeschrittenen Endometriumkarzinomen eingesetzt.

2 Biochemie

Dostarlimab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper des Isotyps IgG4. Es handelt sich um ein glycosyliertes Homodimer, das aus je zwei identischen schweren γ-Ketten und leichten κ-Ketten besteht, die über Disulfidbrücken verbunden sind. Der Wirkstoff wird in gentechnisch veränderten Ovarialzellen des Chinesischen Zwerghamsters (CHO-Zellen) produziert.

3 Wirkmechanismus

Die antineoplastische Wirkung von Dostarlimab basiert auf der Bindung an den PD-1-Rezeptor. Dadurch wird dessen Interaktion mit den Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert und eine Hemmung der T-Zell-Funktion auf dem PD-1-Signalweg verhindert. Dostarlimab verstärkt so typische T-Zell-Aufgaben wie die Produktion von Zytokinen und die zytotoxische Aktivität. Durch die gesteigerte Immunantwort des Körpers auf das Tumorgewebe kommt es im Effekt zu einem verminderten Tumorwachstum.

4 Indikation

Voraussetzung für die Therapie ist die Bestimmung des dMMR-/MSI-H-Tumorstatus mit einer validierten Untersuchungsmethode.

5 Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 500 mg Dostarlimab alle 3 Wochen für 4 Zyklen, gefolgt von 1.000 mg alle 6 Wochen in allen nachfolgenden Zyklen.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

6 Anwendungshinweise

Die Applikation erfolgt mittels einer intravenösen Infusionspumpe über einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten. Das Mittel darf nicht als schnelle intravenöse Infusion oder als Bolusinjektion verabreicht werden.

7 Nebenwirkungen

Dostarlimab führt zu einer Veränderung der immunologischen Eigentoleranz. Entsprechend kann der Wirkstoff Entzündungsreaktionen in verschiedenen Organsystemen triggern. Häufige (≥ 1/100 bis < 1/10) oder sehr häufige (≥ 1/10) Nebenwirkungen von Dostarlimab sind:

Gelegentlich treten Hepatitis und Nephritis auf.

8 Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Untersuchung von Wechselwirkungen durchgeführt. Da monoklonale Antikörpern keine Substrate des Cytochrom-P450-Systems sind und nicht von Wirkstoff-Transportern erfasst werden, sind Interaktionen mit kleinmolekularen Wirkstoffen nicht zu erwarten.

9 Kontraindikationen

10 Nutzenbewertung

Das Nutzenbewertungsverfahren ist zur Zeit (7/2021) noch nicht abgeschlossen.

11 Therapiekosten

Eine Einzeldosis á 500 mg kostet rund 19.300 €. Die Gesamttherapiekosten pro Fall liegen daher über 100.000 €.

Fachgebiete: Arzneimittel

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Juli 2021 um 18:25 Uhr bearbeitet.

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