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Carboanhydrasehemmer

1 Definition

Als Carboanhydrasehemmer bezeichnet man Arzneistoffe, die das Enzym Carboanhydrase hemmen.

2 Wirkmechanismus

Die Carboanhydrase im Bürstensaum des proximalen Nephrons der Niere stellt Protonen bereit, die notwendig sind, um Bicarbonat zu resorbieren. Carboanhydrasehemmer blockieren diese Carboanhydrase. Dadurch vermindern sie letztlich die Wiederaufnahme (Resorption) von Bicarbonat und damit auch die Wiederaufnahme von Wasser. Somit wird mehr Wasser ausgeschieden (Diurese). Der Effekt ist jedoch relativ gering, da die Hemmung der Carboanhydrase unvollständig ist und zudem folgende Nephronabschnitte die Diurese teilweise kompensieren. Der ausgeschiedene Urin ist alkalisch und bicarbonatreich.

3 Substanzen

3.1 Systemische Gabe

3.2 Lokale Applikation

4 Indikationen

Aufgrund der geringen Wirkung werden Carboanhydrasehemmer heute kaum mehr als Diuretika eingesetzt. Durch die Alkalisierung des Harns verhindern sie jedoch die Aufnahme schwacher organischer Säuren, da diese im alkalischen Milieu ionisiert und negativ geladen vorliegen, was eine passive Resorption verhindert. Deshalb werden Carboanhydrasehemmer beispielsweise als Antidot bei Schlafmittelvergiftungen durch Barbiturate verwendet.

Da Carboanhydrasehemmer auch die Bildung von Kammerwasser im Auge vermindern, werden sie zur Glaukom-Therapie eingesetzt.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Behandlung der Höhenkrankheit: durch den geringen Sauerstoffgehalt der Luft kommt es zur Hyperventilation (schnelle, flache Atmung), die zu einer respiratorischen Alkalose führt. Diese kann durch vermehrte Bicarbonatausscheidung kompensiert werden.

Des Weiteren finden Carboanhydrasehemmer Anwendung beim Pseudotumor cerebri, da sie die Liquorproduktion drosseln.

5 Nebenwirkungen

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