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Buchsbaum

Synonym: Buchs
Englisch: box, boxwood

1 Definition

Buchsbaum, botanisch als Buxus bezeichnet, ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Buxaceae. Einige Arten sind als Zierpflanzen in Kultur und haben Bedeutung als Giftpflanzen.

2 Arten

Es sind circa 90 Buxus-Arten aus Amerika, Afrika, Europa und Asien bekannt. In Europa sind der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens) und der Balearen-Buchsbaum (Buxus balearica) heimisch. Beide Arten werden, wie zahlreiche weitere, kultiviert und verwildern gelegentlich. Buxus sempervirens steht in Deutschland unter Artenschutz.

3 Merkmale

Die Gattung Buxus umfasst immergrüne, kleine Bäume oder Sträucher mit ledrigen, ganzrandigen und gegenständig angeordneten Blättern. Die Blüten sind klein, unscheinbar und getrenntgeschlechtig. Es liegt Monözie vor, das heißt auf einem Individuum kommen weibliche und männliche Blüten vor. Buxus sempervirens besitzt gelblichweiße männliche Blüten und hellgrüne weibliche Blüten und erreicht eine Wuchshöhe zwischen 0,3 und 4,0 m. Die Frucht ist eine kugelige, dreiklapprige Kapsel, deren Klappen je zwei Höcker und zwei schwarze, glänzende Samen aufweisen.

4 Medizinische Anwendung

Buchsbaum besitzt eine überwiegend historische Bedeutung als Arzneipflanze. Volkstümliche Anwendungen in Form verschiedener Zubereitungen erfolgten unter anderem bei Obstipation, Rheuma, zur Blutreinigung, Haarverlust, Malaria, Gallenleiden, Gicht, Epilepsie und weiteren Beschwerden. In der Schulmedizin findet Buchsbaum keine Anwendung. Im Rahmen alternativmedizinischer Methoden kommt Buxus als homöopathische Zubereitungen zum Einsatz. Von einer Anwendung nicht-standardisierter Zubereitungen in der Selbstmedikation ist aufgrund der Giftigkeit abzuraten.

5 Inhaltsstoffe

Buxus produziert komplexe Mischungen von Alkaloiden. Besonders charakteristisch sind Steroid-Alkaloide mit Pregnan-Struktur.

Buxus sempervirens: Als pharmazeutische Droge dienen in erster Linie Buchsbaumblätter (Buxi folium). Es sind über 70 Steroid-Alkaloide bekannt, darunter Cyclobuxin-D, Cycloprotobuxin, Buxazidin-B, Desoxycyclobuxoxazin-A, Buxozin-C, (–)-Semperviron, Buxandonin-L, Buxpsiin-K und Irehin. Junge Blätter enthalten 2,39 bis 3,13 %, ältere Blätter zwischen 1 und 1,31 % Gesamtalkaloide. Im Frühjahr ist der Alkaloidgehalt etwa doppelt so hoch wie im Sommer.

6 Pharmakologie

Im Tierversuch werden neurotoxische Wirkungen mit Herabsetzung der Motilität, reduzierte Reflexerregbarkeit, Tetanie, spinale Lähmung und Atemlähmung beschrieben. Cycloprotobuxin ist zytotoxisch und erweist sich experimentell als wirksam gegenüber bestimmte Tumortypen. Extrakte sollen eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Mycobacterium tuberculosis haben.

6.1 Toxikologie

Nach Ingestion von Pflanzenmaterial kann es zu Intoxikationen beim Menschen kommen. Zu den Symptomen zählen Emesis, Diarrhoe, Tremor, Vertigo und Kollaps. Größere Mengen bewirken tonisch-klonische Krämpfe. Der Tod kann durch Atemlähmung eintreten. Cyclobuxin-D wirkt vermutlich teratogen.

6.2 Therapie der Vergiftung

Erbrechen herbeiführen (Emetika), resorptionsvermindernde Maßnahmen (Aktivkohle, Magenspülung) und intensivmedizinische Betreuung (Volumenersatz, künstliche Beatmung, Defibrillation). Unter Umstände ist eine nähergehende Therapie erst nach Lösung von Krämpfen durch Antikonvulsiva wie Diazepam möglich. Weiterhin erfolgt eine symptomatische Therapie.

7 Veterinärtoxikologie

Für zahlreiche Tiere ist die Aufnahme von Buchsbaumblättern und -zweigen giftig, darunter Hunde, Rinder, Pferde und Schweine. Auch hier kommt es zu neurotoxischen Symptomen sowohl mit Lähmungen als auch Krämpfen, Beeinträchtigung des Zentralnervensystems und Atemlähmung. Sektionsbefunde zeigten unter anderem eine akute Gastroenteritis und generalisierte Hyperämie (v.a. der Lungen).[1]

8 Einzelnachweise

  1. Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Zürich: Buxus sempervirens - Veterinärtoxikologie (aufgerufen am 04. Februar 2018)

9 Literatur

  • Jäger et al.: Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, Bd. 2. Aufl. 20, Spektrum Akadem. Verlag.
  • Roth, Daunderer & Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, 5. Aufl., Nikol Verlag.
  • Wolf (Hrsg.): Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis - Bd. 4, Drogen A-D, 1992, Springer Verlag.

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