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Biotinmangel

1 Definition

Biotinmangel ist eine Form des Vitaminmangels, der das zur Vitamin-B-Gruppe gehörende Biotin betrifft.

2 Definition

Biotin spielt eine wichtige Rolle als prosthetische Gruppe zahlreicher Enzyme und ist somit an einer Reihe biochemischer Reaktionen im Körper beteiligt. Auch im Zellkern übernimmt Biotin mit der Modifizierung von Histonen eine entscheidende Rolle. Ein Mangel führt dementsprechend zu einer Vielzahl von Symptomen. Da Biotin als Coenzym für Carboxylasen fungiert, werden die das Enzym betreffenden Mangelerscheinungen als multipler Carboxylasemangel bezeichnet. Ursache für einen Biotinmangel sind eine Reihe internistischer Erkrankungen, Gendefekte, Schwangerschaft und bestimmte Arzneimittel. Eine Mangelernährung hingegen kommt in den modernen Industrieländern praktisch nie als Ursache vor.

3 Ursachen

  • Nierenfunktionsstörungen: Insbesondere dialysepflichtige Patienten leiden oft an einem Biotinmangel.
  • Kurzdarmsyndrom: Gefährdet sind hierbei insbesondere jene Patienten, die eine zu biotinarme intravenöse Ernährung erhalten.
  • Störungen der Darmflora: Insbesondere nach der Einnahme von Antibiotika kommt es vor, dass die normale bakterielle Besiedlung des Darm gestört wird. Folge kann eine mangelnde Resorption von Biotin aus der Nahrung sein. Weiterhin sind einige Bakterien der Darmflora in der Lage, Biotin zu synthetisieren. Auch diese Syntheseleistung ist bei einer Störung der Bakterienbesiedlung verringert.
  • Dünndarmverkürzung: Hierbei steht dem Organismus zu wenig Resorptionsfläche zur Verfügung, um eine ausreichende Versorgung mit Biotin zu gewährleisten
  • langjähriger Alkoholismus verringert ebenfalls langfristig die Aufnahme von Biotin und verursacht somit entsprechende Mangelerscheinungen
  • Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Antikonvulsiva verursachen aus bisher nicht eindeutig geklärten Gründen bei manchen Patienten einen Biotinmangel
  • Schwangerschaft: Rund 30 bis 40 % der Schwangeren entwickeln im Laufe der Schwangerschaft einen leichten Biotinmangel, der allerdings nur in den seltensten Fällen zu nennenswerten Symptomen führt. Auch hier ist die Ursache für die Erscheinung nicht klar, offensichtlich sorgt der in Folge der Schwangerschaft veränderte Hormonhaushalt für einen rascheren Abbau von Biotin. Dafür spricht die im Urin mancher schwangeren Frauen gefundene größere Menge an Biotin-Metaboliten
  • Avidin: Hierbei handelt es sich um ein Protein, dass in rohen Hühnereiern vorhanden ist. Es besitzt die Eigenschaft, sämtliches Biotin fest zu binden und somit funktionsunfähig zu machen. Werden die Eier erhitzt, denaturiert Avidin und wird unschädlich gemacht.

4 Symptome

5 Diagnose

Die Diagnose erfolgt mittels Bestimmung des Biotinspiegels im Serum und im Urin.

6 Therapie

Falls vorhanden besteht die Therapie in einer Beseitigung evtl. vorhandener Ursachen (z. B. Grunderkrankung), sowie in der Substitution von Biotin.

7 Biotinhaltige Nahrungsmittel

  • Eier (nicht roh!)
  • Haferflocken
  • Milch
  • Sojaprodukte
  • Nüsse
  • bestimmte Innereien, wie Niere und Leber

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