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Bartonella quintana

Synonyme: Rickettsia quintana, Rochalimaea quintana, Wolhynia qintanae, Rickettsia weigli, Rickettsia pediculi, Burnetia (Rocha-limae) wolhynica

1 Definition

Bartonella quintana ist ein gramnegatives Bakterium aus der Gattung Bartonella, das der Erreger des Schützengrabenfiebers und der bazillären Angiomatose (BA) ist.

2 Systematik

  • Abteilung: Proteobacteria
    • Klasse: Alphaproteobacteria
      • Ordnung: Rhizobiales
        • Familie: Bartonellaceae
          • Gattung: Bartonella
            • Art: Bartonella quintana

3 Eigenschaften

Bei Bartonella quintana handelt es sich um ein mikroaerophiles, stäbchenförmiges, gramnegatives Bakterium, das im Hinblick auf seine Wachstumsbedingungen zu den eher anspruchsvollen Mikroorganismen zählt. Ein optimales Wachstum erreicht das Bakterium nur in einem mit Blut angereichertem Nährmedium und einer Atmosphäre, die reich an Kohlendioxid ist.

4 Übertragung

Der Erreger wird über die Kleiderlaus (Pediculus humanus corporis) übertragen. 

5 Verbreitung

Das erste Mal wurde eine Infektion mit diesem Erreger während des ersten Weltkriegs dokumentiert, als über eine Millionen Soldaten in Europa sich mit dem so genannten Schützengrabenfieber infizierten. Inzwischen ist das Bakterium in ganz Europa, Asien und Nordamerika verbreitet. Dabei sind lokale Risikofaktoren für eine Infektion vor allem Armut, Alkoholismus und Obdachlosigkeit. Hierbei sind vor allem unhygienischen Zustände und das Zusammenleben vieler Menschen auf engem Raum ausschlaggebend, da so die Übertragung der infizierten Läuse vereinfacht wird.

6 Pathophysiologie

Bartonella quintana infiziert Endothelzellen und Erythrozyten. In der Zelle vermehrt sich der Erreger und ruft eine Kernatypie hervor, welche die Apoptose verhindert. Durch die Infektion werden entzündungsfördernde Zytokine freigesetzt und durch Stoffwechselprodukte des Erregers das Gefäßwachstum bzw. die Neovaskularisation am Infektionsherd angeregt.

Typische Symptome der Infektion sind unter anderem Fieber, Bakteriämie und Lymphknotenvergrößerung. Die Inkubationszeit beträgt etwa 5 - 20 Tage.

7 Diagnose

Der Erregernachweis erfolgt entweder serologisch oder durch eine PCR. Alternativ ist eine Anzucht in Blut- oder Zellkulturen möglich.

8 Therapie

Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, u.a. mit Doxycyclin, Chloramphenicol, Erythromycin oder Azithromycin.

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