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Aprotinin

Handelsnamen: Trasylol®
Englisch: aprotinin

1 Definition

Aprotonin ist ein natürlich vorkommendes Polypeptid, das als Arzneistoff eingesetzt wird und zur Gruppe der Antifibrinolytika gehört.

2 Indikationen

Aprotinin wurde früher zur Behandlung von Blutungen eingesetzt, die auf einer Hyperfibrinolyse beruhen. Das Arzneimittel war und ist umstritten. Aufgrund einer negativen Nutzen/Risiko-Analyse wurde Aprotinin 2007 die Zulassung in Deutschland enzogen. 2013 wurde Aprotinin für die Anwendung bei aortokoronaren Bypass-Operationen unter Auflagen wieder zugelassen.

Eine andere, selten Indikation ist der Alpha-2-Antiplasmin-Mangel.

Aprotinin ist neben Fibrinogen und Thrombin eine wichtige Komponente von Gewebeklebern zum Wundverschluss bzw. zur Unterstützung der Wundheilung.

3 Allgemeines

Aprotinin ist ein Proteaseinhibitor, der die Serinprotease Plasmin hemmt, so dass eine Fibrinolyse nur noch verlangsamt ablaufen kann. Die Wirkung ist unspezifisch und richtet sich auch gegen andere Proteasen. Der Wirkstoff kommt als ein Polypeptid, das aus 58 Aminosäuren aufgebaut ist, in Rindern vor. Dabei wird Aprotinin aus dem Lungengewebe extrahiert.

Das Arzneimittel wird intravenös appliziert und weist eine Bioverfügbarkeit von 100% auf.

Mögliche Ursachen einer Hyperfibrinolyse sind:

Bei den kardiochirurgischen Operationen konnte ein blutsparender Effekt von Aprotinin nachgewiesen werden. In großen Metaanalysen zeigte sich aber eine höhere Mortalität bei den mit Aprotinin behandelten Patienten.

Eine pathophysiologische Erklärung ist, das die Hemmung der Fibrinolyse die Mikrozirkulation verschlechert.

Anmerkung: Unter den Hämostaseologen gibt es glühende Verfechter ebenso wie absolute Gegner der Substanz. Zur Zeit des "Rinderwahnsinns" wurde auch die Gewinnung aus Rinderlungen als mögliches Risiko diskutiert. Heute wird als Antifbrinolytikum hauptsächlich Tranexamsäure verwendet.

4 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

5 Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegenüber Rinderproteinen

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