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Das Medizinlexikon zum Mitmachen.

Schmerz

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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von althochdeutsch: smerzo - Schmerz
griechisch: algos - Schmerz
Englisch: pain

1. Definition [bearbeiten]

Schmerz ist eine komplexe Sinnesempfindung, die von Nozirezeptoren des peripheren Nervensystems wahrgenommen wird. Sie wird im ZNS verarbeitet und interpretiert. Dabei bestehen enge Wechselwirkungen zwischen Schmerzwahrnehmung und Psyche.

Schmerz kann lediglich als Symptom auftreten, aber auch eigenen Krankheitswert besitzen - vor allem bei chronischen Schmerzen.

2. Schmerzentstehung [bearbeiten]

Schmerz entsteht in den Schmerzrezeptoren (Nozirezeptoren). Es handelt sich dabei meist um freie Nervenendigungen, die auf verschiedene Reize reagieren, z.B.:

  • thermische Reize (Hitze, Kälte)
  • mechanische Reize (Druck, Verletzung)
  • chemische Reize (Entzündung, Säuren, Gifte)

Schmerzrezeptoren benötigen einen vergleichsweise starken Reiz, um erregt zu werden und adaptieren nicht (schnell wiederholter Reiz führt nicht zu einer Verminderung der Erregbarkeit). Die Aktivierbarkeit von Schmerzrezeptoren wird durch Stoffe, so genannte Schmerzmediatoren verändert (moduliert), im allgemeinen erhöht. Dazu gehören u.a. Prostaglandine, Bradykinine, Serotonin. Ebenfalls zu einer erhöhten Erregbarkeit führen Sauerstoffmangel im Gewebe (z.B. durch Infarkt bedingt), Absinken des pH-Wertes (CO2-Anstieg) oder einen Änderung der Elektrolytkonzentration im Blut.

Schmerzen begleiten oft Erkrankungen oder Verletzungen, können aber als Schmerzsyndrom einen eigenen Krankheitswert erlangen. Der Schmerz besteht dabei über Monate und das Grundleiden ist entweder schwer, bzw. nicht therapierbar oder eine Ursache für den Schmerz nicht auffindbar.

Schmerzzustände sind für den Körper erlernbar. Wiederholt auftretende Schmerzen führen dabei zu intensiverem und längerem Schmerzempfinden, da dabei die Schmerzschwelle herabgesetzt wird. Deshalb ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbekämpfung mit Medikamenten wichtig. Untersuchungen haben ergeben, dass in Deutschland gegenüber anderen Ländern Schmerzen oft unzureichend therapiert werden. Dies geht wahrscheinlich auf die tief verwurzelte und unbegründete Angst vor Abhängigkeit von Schmerzmedikamenten zurück.

3. Schmerzleitung [bearbeiten]

Die Nervenfasern, welche die Schmerzinformation weiterleiten können in schnelle (A-Delta-Fasern) und langsame (C-Fasern) unterteilt werden. C-Fasern sind entwicklungsgeschichtlich älter. Das erklärt die geringe Geschwindigkeit und die schwerer abgrenzbare Schmerzlokalisation ("Irgendwo am Unterschenkel"). Im Rückenmark kommt es einerseits zu Reflexverschaltungen, die eine Fluchtbewegung auslösen. Dabei ist der Schmerz noch nicht bewusst geworden (Zurückziehen der Hand, noch bevor die Herdplatte als heiß erkannt wurde).

Andererseits gelangt die Information über den Vorderseitenstrang (Tractus spinothalamicus) in das Gehirn. In der Hirnrinde (Kortex) wird der Schmerz 'bewusst' und im limbischen System emotional bewertet.

Während der Verschaltung im Rückenmark kann das Schmerzempfinden durch köpereigene Stoffe (Endorphine) reduziert werden. Einige Schmerzmittel, z.B. Opiate setzen an dieser Stelle an.

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4. Schmerzarten [bearbeiten]

Die bisher beschriebene Schmerzart ist ein physiologischer Schmerz. Das bedeutet, dass das Schmerzempfinden als Warnsignal für die Körperfunktion sinnvoll ist. Dabei spricht man von Nozizeptorenschmerz. Davon abzugrenzen ist der neuropathische Schmerz, der auf Schädigungen des Nervensystems zurück geht (z.B. durch Amputation, Querschnittslähmung, Viren oder dauerhaft hohen Blutzucker).

In Folge funktioneller Störungen kommen Schmerzen ebenfalls vor. Teilsysteme des Körpers funktionieren fehlerhaft (z.B. Durchblutungsfehlregulation führt zu Migräne) oder die Reaktion des Körpers auf Einflüsse von außen (Stress, Angst, Ekel ...) ist unpassend.

5. Einteilung [bearbeiten]

5.1. ...nach Schmerzdauer [bearbeiten]

5.2. ...nach Schmerzqualität [bearbeiten]

Schmerz kann nach seiner Qualität vom Patienten näher beschrieben werden. Die Beschreibung des Schmerzes kann 2 Aspekte aufweisen:

  • die affektive Schmerzqualität, welche die subjektive Schmerzbedeutung charakterisiert, z.B."quälend", "marternd", "lähmend", "schrecklich", "heftig"
  • die sensorische Schmerzqualität, welche die eigentliche Wahrnehmung schildert, z.B. "stechend", "drückend", "brennend", "klopfend", "bohrend", "dumpf", "hell", "ziehend" usw.

Die Schmerzqualität wird in der Anamnese gezielt abgefragt und so ggf. Hinweise auf Art und Ursache des Schmerzes gewonnen.

5.3. ...nach Schmerzlokalisation [bearbeiten]

5.4. ...nach Schmerzursache [bearbeiten]

6. Schmerzbehandlung [bearbeiten]

6.1. Kausaltherapie [bearbeiten]

Wenn für den Schmerz eine Ursache identifiziert werden kann, ist die Therapie in erster Linie kausal ausgerichtet und zielt auf die Beseitigung des schmerzauslösenden Ereignisses. Dabei kommt eine Vielzahl therapeutischer Massnahmen in Betracht, z.B. die Ruhigstellung bei einer Fraktur oder die chirurgische Versorgung bei Verletzungen.

6.2. Symptomatische Therpie [bearbeiten]

Von der kausalen Therapie abzugrenzen sind alle weiteren Massnahmen, die auf die Beseitigung bzw. Linderung der Schmerzsymptomatik selbst zielen, unter anderem:

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