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Zwingerhusten (Hund)

Synonym: infektiöse Tracheobronchitis
Englisch: kennel cough

1 Definition

Zwingerhusten ist eine durch Kombination verschiedener Viren und Bakterien hervorgerufene Erkrankung der oberen Atemwege der Hunde.

2 Vorkommen

Die Krankheit tritt meist in größeren Hundehaltungen wie Hundezuchten oder Tierheimen auf, daher der Name Zwingerhusten.

3 Erreger

Der Zwingerhusten ist eine ätiologisch uneinheitliche Infektion, an der primär verschiedene Virusarten und sekundär auch Bakterien mitwirken. In Mitteleuropa sind vor allem folgende Viren beteiligt:

Häufigster Erreger ist das canine Parainfluenzavirus.

Als Sekundärerreger tritt häufig das Bakterium Bordetella bronchiseptica auf. Als andere bakterielle Sekundärerreger kommen Streptokokken, Staphylokokken, Klebsiellen und Pasteurellen in Frage. Außerdem können Mykoplasmen am Infektionsgeschehen beteiligt sein.

4 Pathogenese

Die Infektion erfolgt aerogen durch Tröpfcheninfektion. Die beteiligten Viren bewirken eine Vorschädigung der Epithelien der oberen Atemwege. Die lokalen Abwehrmechanismen werden gestört und es kommt zu Entzündungen. Durch den Entzündungsprozess werden die Integrität des Epithels gestört und bakterielle Sekundärinfektionen begünstigt. Es kommt zu Rhinitis und Bronchitis. In seltenen Fällen kann es zur Generalisierung der Erkrankung und damit verbundenen Allgemeinstörungen kommen.

5 Klinik

Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 7 Tage. Je nach Zusammensetzung der beteiligten Erreger und dem Immunstatus der betroffenen Tiere kann die Krankheit in verschiedenen Verlaufsformen auftreten.

Bei guter Immunlage der betroffenen Tiere, oder wenig aggressiven beteiligten Erregern, kommt es meist zu inapparenten Verläufen. Hierbei wird eine lokale Immunität ausgebildet. Klinisch kann es zu serösem Nasenausfluss, trockenem Husten und leichten Allgemeinstörungen kommen. Bei komplizierten Verläufen, die bei schlechtem Immunstatus der betroffenen Individuen sowie aggressiven Erregern auftreten, treten diese Symptome in stärkerer Form auf und werden von Fieber und starkem Husten begleitet. Der Husten ist teilweise anfallsartig und kann mit Würgereiz verbunden sein.

Pneumonien sind möglich. Besteht die Verdachtsdiagnose einer Pneumonie, sollte diese röntgenologisch durch ein Thoraxröntgen abgesichert werden.

6 Labor

Die Laborbefunde sind in der Regel unauffällig. Bei schwereren Verläufen ist eine Leukozytose mit Neutrophilie möglich.

7 Differenzialdiagnosen

8 Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus Anamnese, klinischer Untersuchung und Klinik.

9 Therapie

Es kommt meist nach etwa 14 Tagen zu einer Spontanheilung. Die Therapie sollte sich auf die Ausschaltung von Stressfaktoren, sowie die Verhütung von Sekundärinfektionen konzentrieren. Erkrankte Tiere sollten von anderen Hunden abgesondert werden und keinem unnötigem Stress ausgesetzt sein. Da zu trockene Luft die Atemwege zusätzlich reizt, ist auf ausreichende Luftfeuchtigkeit zu achten.

In schweren Fällen können Antitussiva, Expektorantien und bei bakteriellen Infektionen Antibiotika (z.B. Tetrazykline oder Enrofloxacin) verabreicht werden. Ist die Verbindung mit anhaltendem Fieber verbunden, können auch fiebersenkende Mittel gegeben werden. Bei Atemnot sind Bronchodilatatoren (z.B. Theophyllin, Terbutalin u.ä.) indiziert.

10 Prophylaxe

Es besteht die Möglichkeit einer Impfung in Form einer zwei- oder dreimaligen Grundimmunisierung (abhängig vom Alter zum Impfzeitpunkt) mit nachfolgenden Boosterungen. Die Impfung sollte an das lokale Erregerspektrum angepasst werden. Für die Impfung gegen Bordetella bronchiseptica steht ein Sprühimpfstoff zum Einsprühen in die Nase zur Verfügung.

11 Literatur

  • Niemand HG (Begr.). Suter PF, Kohn B, Schwarz G (Hrsg.). 2012. Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke-Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1125-3.

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2021 um 17:55 Uhr bearbeitet.

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