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Wuchereria bancrofti

1 Definition

Wuchereria bancrofti ist ein zu den Nematoden gehörender Parasit, der das Lymphsystem befällt.

2 Merkmale

Die Männchen sind 2,4 bis 4 cm groß, während die Weibchen eine Größe von 5 bis 10 cm erreichen können. Die Mikrofilarien sind gescheidet, besitzen ein kernloses Schwanzende und erreichen eine Größe von 250 bis 300 µm. Wuchereria bancrofti kann bis zu acht Jahre alt werden. Die Präpatenzzeit beträgt neun Monate.

3 Vorkommen

Wuchereria bancrofti kommt in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika und im Pazifik vor.

4 Entwicklungszyklus

Die Mikrofilarien werden von verschiedenen Stechmücken (Culex, Anopheles, Aedes) auf den Menschen übertragen. Sie entwickeln sich in den Lymphknoten innerhalb von neun Monaten zu adulten Stadien. Dabei kommt es durch Knäulbildung und lokale Entzündungsreaktionen in den Lymphgefäßen zu Stenosen. Die adulten Parasiten produzieren ständig neue Mikrofilarien, die über das Blut erneut von Stechmücken aufgenommen und weiter übertragen werden können.

5 Klinik

Durch immunologische Abwehrversuche kommt es zunächst zu unspezifischen Reaktionen wie Fieber, Arthralgien und Kopfschmerzen. Durch die Stenose in den Lymphgefäßen entwickelt sich ein zunehmender Lymphstau, der sich zu einer Elephantiasis entwickeln kann. Insbesondere Beine und Leistenregion sind davon betroffen.

6 Diagnostik

Maßgeblich für die Diagnostik ist das klinische Bild und der Nachweis im Blut. Der Nachweis der gescheideten Mikrofilarien aus dem peripheren Blut gelingt durch die häufige Nachtperiodizität vor allem nachts.

7 Therapie

Zur Therapie werden Anthelmintika eingesetzt. Mittel der ersten Wahl ist Ivermectin. Hierdurch werden vor allem die Mikrofilarien abgetötet. Weitere verwendete Arzneistoffe sind Diethylcarbamazin (DEC) und Albendazol. Ivermectin kann in Kombination mit DEC oder Albendazol gegeben werden, um die Wirksamkeit zu verbessern.

Da die adulten Würmer von symbiontischen Bakterien der Gattung Wolbachia abhängig sind, kann eine zusätzliche Antibiotikagabe (z.B. Doxycyclin) in Betracht gezogen werden.

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Fachgebiete: Parasitologie

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