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Thelazia

Synonym: Thelazien
Englisch: eyeworms

1 Definition

Thelazia sind Nematoden (Rundwürmer) der Unterordnung Spirurina. Sie sind Erreger der Thelaziose der Fleischfresser, der Wiederkäuer und des Pferdes.

2 Taxonomie

3 Erreger

Thelazia-Arten sind milchig- bis gelblich-weiße, 0,5 bis 2 cm lange, dünne Parasiten. Sie leben in im Konjunktivalsack und in den Ausführungsgängen der Drüsen im Orbitalbereich. Die Erstlarven (L1) sind 180 bis 220 µm lang.

In Europa kommen mehrere Arten vor:

4 Entwicklung

Die Weibchen legen etliche dünnschalige Eier ab, die bereits eine Erstlarve (L1) enthalten. Die Eier werden anschließend mit der Konjunktivalflüssigkeit von unterschiedlichen Fliegenarten aufgenommen. In den Zwischenwirten entwickeln sich binnen (maximal) vier Wochen die Drittlarven, die bei der Nahrungsaufnahmen im Augenbereich durch die Proboscis auswandern und so auf die Endwirte übergehen.

Die Präpatenz beträgt zwischen 3 und 6 Wochen. Die adulten Würmer können über ein Jahr lang persistieren.

Als Zwischenwirte für Thelazien der Wiederkäuer kommen in Europa Musca autumnalis und Musca larvipara sowie andere Musca-Arten in Frage.

5 Vorkommen

Thelazien sind weltweit verbreitet und kommen in Europa regional häufig vor.

6 Epidemiologie

Regionalen Stichproben zufolge kommen Thelazien in verschiedenen europäischen Ländern mit folgenden Prävalenzen vor:

  • Rind (Thelazia spp.): 10-15 % (Deutschland), 42 % (Großbritannien), 53 % (Italien)
  • Pferd (Thelazia lacrymalis): 3 % (Schweden), 10 % (Frankreich), 40 % (Italien)
  • Hund (Thelazia callipaeda): 42 % (Italien)

In Mitteleuropa treten Thelazia-Infektionen bei hoher Fliegendichte vorwiegend von Mai bis Oktober auf. In subtropischen und tropischen Regionen muss mit einem ganzjährigen Befall gerechnet werden. Bei Pferden und Rindern werden die häufigsten Infektionen bis zu einem Alter von 4 Jahren beobachtet.

7 Klinik

Die Nematoden parasitieren im Konjunktivalsack, unter der Nickhaut und in den Ausführungsgängen der Tränen- und Nickhautdrüsen.

Ein geringer Befall bleibt bei Rindern meist inapparent. Klinische Erscheinungen treten meist erst ab einem Befall von mehr als 10 Würmern je Auge auf. Zu den häufigsten Symptomen zählen: Konjunktivitis mit gesteigertem Tränenfluss, Photophobie, Keratitis bis hin zum Hornhautulkus und Uveitis (in schweren Fällen). Ähnliche Symptome können beim Pferd und Hund beobachtet werden.

Bakterielle Begleitinfektionen können den Krankheitsprozess verkomplizieren.

8 Bedeutung für Menschen

Thelazien-Infektionen beim Menschen konnten bislang aus unterschiedlichen Regionen nachgewiesen werden, weshalb folgende Arten auch als Zoonoseerreger gelten:

Berichten zufolge kann eine Zunahme der Parasitose beobachtet werden.

9 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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