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Transferrin-Sättigung

(Weitergeleitet von TfS)

Abkürzung: Tf-Sat, TfS
Englisch: transferrin saturation, TSAT

1 Definition

Die Transferrin-Sättigung, kurz TfS, ist ein abgeleiteter Kennwert zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels. Sie wird aus dem Serum-Eisen und dem Serum-Transferrin berechnet nach der Formel:

  • Tf-Sat [%] = Serum-Eisen [µg/dl] / Serum-Transferrin [mg/dl] x 70,9

2 Hintergrund

Die Transferrinsättigung gibt den Sättigungszustand des Transportproteins Transferrin durch Eisen an. Die Transferrinsättigung ist bei Eisenmangel niedrig, da wenig Eisen vorliegt, aber von der Leber viel Transferrin gebildet wird. Umgekehrt ist sie bei Eisenüberschuss erhöht, da viel Eisen zur Verfügung steht, das Transferrin aber vermindert ist.

Bei erhöhtem Serum-Ferritin kann man mit Hilfe der Transferrinsättigung einen echte Eisenüberladung (hohe Sättigung) von einer Eisenverteilungsstörung (i.d.R. normale Sättigung) unterscheiden.

Die Blutentnahme für die Bestimmung der Transferrinsättigung sollte morgens bei nüchternem Patienten erfolgen, da sowohl Eisen als auch Transferrin einem zirkadianen Rhythmus unterliegen (Präanalytik).

3 Referenzbereich

Normwert: Tf-Sat = 18-45%

4 Interpretation

4.1 Erhöht

Eine konstante oder sich häufig im Labor wiederholende Transferrinsättigung über 45% weist wahrscheinlich, ab 60% sehr wahrscheinlich auf eine Hämochromatose oder andere Störungen des Eisenstoffwechsels hin. Werte, die wiederholt oberhalb des jeweils laborspezifischen Referenzbereichs liegen, müssen daher weiter abgeklärt werden, z.B. durch einen Gentest.

Die Transferrinsättigung kann auch Werte über 100% annehmen, z.B. bei Eisenüberladung mit Auftreten freier Eisenionen im Blut oder nach vorheriger Gabe von Eisencarboxymaltose oder Blutprodukten.

4.2 Normal

4.3 Erniedrigt

Diese Seite wurde zuletzt am 1. August 2020 um 23:52 Uhr bearbeitet.

Danke für den Hinweis. Habe ich ergänzt.
#2 am 10.09.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
"Die Transferrinsättigung kann auch Werte über 100% annehmen. Dann liegen im Plasma freie Eisenionen vor." Werte über 100% gibt es auch, wenn tags zuvor Eisencarboxymaltose gegeben wurde, dann ist das Eisen hoffentlich in der Carboxymaltose gebunden und nicht als freies Eisenion im Plasma. Ebenfalls kann es Werte über 100% geben, wenn zuvor Blutprodukte gegeben wurden, wobei nicht klar ist, was dann da gemessen wurde.
#1 am 01.09.2018 von Dr. Jürgen Vangerow (Arzt | Ärztin)

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