Sexueller Reaktionszyklus
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LoslegenEnglisch: Human sexual response cycle
Definition
Der Sexuelle Reaktionszyklus ist ein Modell zur Beschreibung der Abfolge von physiologischen Veränderungen, die mit sexuellen Aktivitäten einhergehen.
Hintergrund
Das klassische Modell nach William Masters und Virginia Johnson unterteilt den Zyklus in vier aufeinanderfolgende Phasen, diese laufen fließend ineinander und unterscheiden sich in Dauer und Intensität.
In der modernen Sexualmedizin wird sich bei Frauen zudem häufig an dem Modell nach Rosemary Basson orientiert, welche emotionale Intimität und psychosoziale Faktoren inkludieren, wobei das lineare Modell eine Referenz bildet, zur vereinfachten Darstellung von physiologischen Vorgängen.
Phasen
Die Phasen haben geschlechtsspezifische Unterschiede, lassen sich aber nach dem linearen Modell unterteilen.
Erregungsphase
Die Sexuelle Erregung wird durch psychische und physische Faktoren ausgelöst.
Die Pulsfrequenz, die Atmung, der Blutdruck und der allgemeine Muskeltonus steigen an, die Vasokongestion tritt ein, teilweise begleitend von der Erektion der Brustwarzen und einer Hautrötung, auch Sex-Flush gennant, welche aber tendenziell eher bei Frauen auftritt.
- Mann: Erektion des Penis, Verdickung der Haut des Skrotums und das Heranziehen der Hoden.
- Frau: Lubrikation, Weitung, Vertiefung & Verfärbung der Vagina, Anschwellung der Klitoris, der Schamlippen und des Uterus.
Plateauphase
Die Plateauphase ist die Fortführung und der anhaltende Höhepunkt der Erregung, dort intensivieren sich die oben genannten physischen Veränderungen.
- Mann: Anschwellung & weiteres Heranziehen der Hoden, Bulbourethraldrüse sezernieren Präejakulat.
- Frau: Vasokongestion & Verengung der äußeren Vaginalwand (Orgastische Manschette), weitere Verfärbung der kleinen Schamlippen, das Zurückziehen der Klitoris & weiteres einziehen und anschwellen des Uterus.
Orgasmusphase
Der Orgasmus ist der Höhepunkt des Zyklus. Es ist das kurzzeitige, plötzliche Nachlassen der neuromuskulären Anspannung und das letzte Ansteigen der Merkmale aus der Plateauphase.
- Mann: Rhythmische Kontraktionen der Harnröhre, der Samenblase, der Prostata, der Urethra, als auch der Muskeln an der Peniswurzel, Ejakulation der Samenflüssigkeit.
- Frau: Rhythmischen Kontraktionen des äußeren Scheidendrittels und des Schließmuskels, zusammenziehen des Uterus.
Rückbildungsphase
Die Rückbildung erfolgt in der sich Muskelspannung, Vitalparameter und Vasokongestion schrittweise zurückbilden.
- Mann: Rückbildung der Erektionen, Normalisierung der Vitalparameter, beginn der Refraktärzeit und temporärer sexueller Reizunempfindlichkeit.
- Frau: Rückbildung der Erektionen & Vasokongestionen, Absenken des Uterus, Normalisierung der Vitalparameter.
Störungen
Die möglichen sexuellen Funktionsstörungen beinhalten Komplikationen welche im Zusammenhang mit einer nicht regulären Abfolge des sexuellen Reaktionszyklus stehen, ohne fehlende sexuelle Lust.
Dazu gehören u.a. Erektionsstörungen, Sexuelle Aversion, inadäquate Lubrikation und Anorgasmie.
Literatur
Erwin J. Haeberle, Die Sexualität des Menschen, 2. erweiterte Auflage, 1985
Quellen
Springer: Four-Stage Model of the Sexual Response, abgerufen am 12.06.2026
Springer: Sexuelle Funktionsstörungen, abgerufen am 13.06.2026