Sexuelle Erregung
Englisch: sexual arousal
Definition
Die sexuelle Erregung bezeichnet die psychophysiologische Reaktion zur Steigerung der sexuellen Bereitschaft. Reduziert betrachtet umfasst sie sowohl die jeweiligen körperlichen Veränderungen (z.B. Erektion, vaginale Lubrikation), als auch das subjektive Lustempfinden.
Hintergrund
Die Auslösung sexueller Erregung erfolgt durch ein Zusammenspiel verschiedener sensorischer, kognitiver und psychosozialer Reize. Sie werden interindividuell unterschiedlich wahrgenommen und u.a. durch biologische, psychische und kulturelle Faktoren beeinflusst.
Die sexuelle Erregung ist Bestandteil des sexuellen Reaktionszyklus, der die Erregung in unterschiedliche Phasen unterteilt. Diese folgen keinem striktem linearen Ablauf, weshalb sexuelles Verlangen auch unabhängig von der Erregung auftreten kann.
Physiologie
Die sexuelle Erregung geht mit einer Aktivierung des autonomen Nervensystems einher. Dabei spielt insbesondere der Parasympathikus eine zentrale Rolle. Durch eine neurovaskulär vermittelte Vasodilatation kommt es zu einer gesteigerten genitalen Durchblutung und Vasokongestion.
Beim Mann führt dies vor allem zur Erektion des Penis, bei der Frau u.a. zur Klitoriserektion, verstärkten Durchblutung der Genitalorgane sowie zur vaginalen Lubrikation. Zusätzlich können vegetative Begleitreaktionen wie Tachykardie, Blutdruckanstieg, beschleunigte Atmung und gesteigerte Muskelspannung auftreten.
Die sexuelle Erregung wird zentralnervös u.a. durch Strukturen des limbischen Systems und des Hypothalamus moduliert. Wichtige beteiligte Neurotransmitter sind unter anderem Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und Oxytocin.