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Prostata-Arterien-Embolisation

Synonyme: Prostataarterienembolisation, Prostataarterien-Embolisation
Englisch: prostatic artery embolization

1. Definition

Die Prostata-Arterien-Embolisation, kurz PAE, ist ein minimal-invasives Verfahren zur Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie. Hierbei werden mit Hilfe eines Leistenkatheters zuführende Gefäße der Prostata mit Mikrokügelchen verschlossen. Hierdurch kommt es zu einer verminderten Blutversorgung, die zu einer Schrumpfung des Organs führt.

2. Indikationen

Die PAE ist eine Therapieoption bei der Behandlung der benignen Prostatahyperplasie. Die Therapie erfolgt in der Regel zuerst medikamentös über mindestens sechs Monate. Bei bestehenden Beschwerden und Obstruktionen sind chirurgische Maßnahmen indiziert. Die PAE stellt hierbei eine relativ neue Alternative zu den gängigen invasiven Verfahren dar. Sie ist vorwiegend zu empfehlen bei hohem Operationsrisiko, z.B. durch eine gestörte Blutgerinnung und bekannten oder vermuteten Schwierigkeiten bei der Narkose sowie bei Patienten mit starker Angst vor einem invasiven Eingriff.

3. Vorbereitung

Vor einer PAE werden eventuelle Kontraindikationen wie ein vorliegendes Prostatakarzinom ausgeschlossen. Hierfür wird unter anderem der PSA-Wert bestimmt bzw. eine MRT durchgeführt. Des Weiteren wird mittels einer Sonografie das Restharnvolumen und der maximale Harnfluss bestimmt um den Ausprägungsgrad der Hyperplasie zu bestimmen. Während des Eingriffs wird zudem für ungefähr 24 Stunden ein Blasenkatheter gelegt.

4. Kontraindikationen

Kontraindikationen für eine PAE sind:

5. Durchführung

Bei der PAE wird ein Gefäßkatheter über die Arteria femoralis in das Gefäßsystem eingeführt. Dies erfolgt unter Lokalanästhesie der Einstichstelle. Anschließend wird der Katheter röntgenkontrolliert in die Prostata vorgeschoben. Um die zuführenden Gefäße der Prostata zu identifizieren, wird mit Hilfe einer kontrastmittelbasierten Angiografie ein 3D-Modell der Gefäßversorgung erstellt. Anschließend werden Kapillaren und Präkapillaren mittels 250 bis 400 µm großen Polyvinylakoholkügelchen embolisiert. Der Eingriff erfolgt dabei sowohl über die linke als auch die rechte Prostataarterie. Durch die Unterbrechung der Blutzufuhr kommt es zu inflammatorischen Prozessen mit Ödemen und Vernarbung, die zu einer Verkleinerung des Organs führen. Der Eingriff wird in der Regel stationär mit einer Verweildauer von zwei Nächten durchgeführt.

6. Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen einer PAE sind gering. Sie umfassen vor allem Schmerzen an der Einstichstelle und selten Blutungen der Harnwege. Hinsichtlich einer postoperativen Inkontinenz, Impotenz oder retrograden Ejakulation ist sie deutlich nebenwirkungsärmer als herkömmliche Verfahren.

7. Nachsorge

Nach einer PAE sollte für ca. 10 Tage eine antiinflammatorische und antibiotische Therapie erfolgen (z.B. Naproxen, Ciprofloxacin).

8. Prognose

Die PAE zeigt vergleichbar gute Ergebnisse wie die transurethrale Prostataresektion (TUR-P). Vor allem aufgrund der geringeren Nebenwirkungen ist sie daher eine gute Alternative. Zu beachten ist jedoch, dass die Effekte einer PAE erst nach mehreren Wochen eintreten und somit deutlicher langsamer als bei herkömmlichen Methoden. Da es sich um ein relativ neues Verfahren handelt, lassen sich zur Zeit (2022) noch keine Aussagen zur Langzeitwirksamkeit machen.

9. Literatur

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