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Postpartales Septikämie-Toxämie-Syndrom (Katze)

1 Definition

Das postpartale Septikämie-Toxämie-Syndrom ist nachgeburtliche Komplikation bei der Katze.

2 Ätiologie

Ein postpartales Septikämie-Toxämie-Syndrom kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen entstehen:

Jede uterine Infektion kann sich zu einem gefährlichen Septikämie-Toxämie-Prozess weiter entwickeln.

3 Pathogenese

Aufgrund der Plazentationsstellen ist die Uterusschleimhaut unmittelbar post partum von ausgedehnten Wundflächen geprägt. Da sich bei der Katze eine sogenannte Placenta endotheliochorialis ausbildet, werden bei der Plazentation alle Endometriumschichten bis auf die Gefäßendothelien im Bereich der Placenta zonaria ab- und umgebaut. Nachdem die fetalen Anteile der Plazenta abgegangen sind, besteht der maternale Teil aus zwei Schichten:

Kommt es jedoch aufgrund unterschiedlicher Auslöser zu einer starken Erregerbesiedlung und -vermehrung im Uterus, entstehen multiple Entzündungs- und Nekroseherde an dieser maternalen Grenzschicht. In weiterer Folge kommt es zu massiver Gewebezerstörung, sodass die Bakterien direkt in die Blutbahn übertreten und hämatogen streuen können. Neben den Erregern diffundieren auch Toxine durch die vorgeschädigte Schleimhaut und verbreiten sich im gesamten Organismus. Die Infektion und die damit einhergehende Entzündungskaskade durchläuft dabei folgende Stufen:

  • Entzündung des residualen Endometriums in den Plazentationsstellen – mit oder ohne Übertritt in das Gefäßsystem
  • Endometritis im Bereich der interplazentaren Schleimhaut
  • Metritis
  • Parametritis
  • Perimetritis
  • Peritonitis

4 Klinik

Abhängig von der Dauer der Erkrankung und den beteiligten Erregern kann es zu einem fulminanten Krankheitsverlauf kommen. Bereits wenige Stunden post partum wirken betroffene Katzen hochgradig apathisch.

Protrahiert verlaufende Fälle hingegen treten erst zwischen dem 2. und 6. Tag post partum klinisch in Erscheinung. Diese Katzen verweigern die Nahrung (Inappetenz bis Anorexie), zeigen Polydipsie und manchmal auch Diarrhö. Die Tiere vernachlässigen ihre Welpen, wobei gleichzeitig auch die Milchleistung drastisch zurück geht. In weiterer Folge leiden die Welpen unter Hunger sowie an Koprostase und Harnstau aufgrund mangelnder maternaler Abdominalmassage. Die Mutterkatze entwickelt hochgradiges Fieber (40 bis 41 °C) und die Schleimhäute wirken verwaschen. Aus der Rima vulva entleert sich eitrig-blutiges und stark riechendes Sekret.

5 Diagnose

Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus der Anamnese (vorausgegangene Geburt), der klinischen Untersuchung (stark gestörtes Allgemeinbefinden, aufgetriebener und knotiger Uterus, Schmerzen) und wird mittels Ultraschall- (mit Flüssigkeit gefüllter Uterus) sowie Röntgenuntersuchung (Skelettteile bei retinierten Feten) gesichert. Zusätzlich kann eine Vaginoskopie durchgeführt werden.

6 Therapie

Die Therapie (konservativ vs. chirurgisch) hängt vom Allgemeinzustand der Katze ab.

Bei der konservativen Behandlung muss auf eine ausreichend lange (mind. 7 bis 12 Tage) Breitbandantibiose geachtet werden. Zusätzlich sind Analgetika und Antiphlogistika indiziert. Der Behandlungserfolg ist engmaschig tierärztlich zu kontrollieren. Bei Anzeichen einer Septikämie ist jedoch nur noch eine chirurgische Intervention in Form einer Ovariohysterektomie möglich.

7 Literatur

  • Günzel-Apel A, Bostedt H (Hrsg.). 2016. Reproduktionsmedizin und Neonatologie von Hund und Katze. Mit 250 Abbildungen und 150 Tabellen. Stuttgart: Schattauer GmbH. ISBN: 978-3-7945-2249-1

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Dezember 2021 um 17:53 Uhr bearbeitet.

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