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Porzines Parvovirus

Synonyme: Porcines Parvovirus, PPV
Englisch: porcine parvovirus

1 Definition

Das porzine Parvovirus, kurz PPV, ist ein Virus aus der Gattung Parvovirus innerhalb der Familie der Parvoviridae. Als Erreger des SMEDI-Syndroms kann es zu Fruchtbarkeitsstörungen beim Schwein führen.

2 Erreger

Porzine Parvoviren sind ikosaedrische und unbehüllte Viren mit einer liniearen ssDNA negativer Polarität (4 bis 6 kb). Mit einem Durchmesser von 18 bis 26 nm zählen sie zu den kleinsten im Tierreich bekannten Viren.

Die Erreger sind durch ihre Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen und Desinfektionsmittel bekannt.[1]

3 Epidemiologie

Porzine Parvoviren können prinzipiell alle Altersgruppen ihre Wirtstiere befallen. Probleme treten hingegen nur bei tragenden Zuchtsauen auf, wobei diese in der Regel selbst keine klinischen Erscheinungen zeigen.

Die Prävalenz des Virus ist sehr hoch. Als Hauptansteckungsquelle gelten infizierte Jungsauen oder Eber. Nagetiere können als Vektoren fungieren. Die Ausscheidung und Ansteckung erfolgt über verschiedene Körpersekrete und -exkrete (Kot, Speichel, Harn, Nasensekret, Ejakulat) sowie über Nachgeburten und infizierte Ferkel (mumifiziert, tot- oder lebendgeboren).

4 Pathogenese

Die Viren werden entweder horizontal oder vertikal übertragen:

  • Horizontale Übertragung: Oronasale Aufnahme der Erreger (Tröpfcheninfektion) durch direkten Tierkontakt oder eine indirekte Übertragung über Sperma (untergeordnete Rolle).
  • Vertikale Übertragung: Diaplazentare Infektion der Feten (tritt nur bei seronegativen Sauen auf).

Nach der Infektion kommt es zur Virusreplikation im Nasenrachenraum (Tonsillen). Im weiteren Verlauf wird der Verdauungstrakt besiedelt und es kommt zu einer Virämie. In dieser Phase können die Erreger die Plazentaschranke überwinden und den Fetus infizieren.

5 Klinik

Porzine Parvoviren verursachen bei tragenden Sauen das klinische Bild des SMEDI-Syndroms. Das Akronym beschreibt die Hauptsymptome der Erkrankung: Stillbirth (Totgeburten), Mumification (Mumifikationen der Feten), Embryonic Death (Tod in der Embryonalphase) und Infertility (Unfruchtbarkeit).

6 Diagnose

Ein direkter Erregernachweis ist im fetalen Gewebe (Leber, Lunge, Herz und Milz) mittels PCR möglich.

7 Prophylaxe

Durch eine Grundimmunisierung von Sauen und Ebern ab dem 6. Lebensmonat (Kombinationsvakzine PPV und Erysipelothrix rhusiopathiae) kann einer klinisch manifesten Erkrankung vorgebeugt werden. Es ist jedoch zu beachten, dass die gebildeten Antikörper die klinische Symptomatik verhindern, jedoch nicht die Infektion und nachfolgende Ausscheidung des Feldvirus verhindern können.

8 Literatur

  • Skript Virologie für die Module Tierseuchen, Verdauung, Respiration + Kreislauf, ZNS, Reproduktion. Für Studierende der Veterinärmedizin. Institut für Virologie, Veterinärmedizinische Universität Wien. Stand 1/2017.
  • Skriptum, Universitätsklinik für Schweine. Veterinärmedizinische Universität Wien. Porzines Circovirus 2 (PCV2). Version 1.

9 Quelle

  1. Parvoviridae, ViralZone, abgerufen am 25.07.2019

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