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Otitis externa (Hund)

Synonyme: Entzündung des äußeren Gehörgangs, Gehörgangsentzündung
Englisch: otitis externa, external otitis

1 Definition

Die Otitis externa des Hundes ist eine akute oder chronische Entzündung im Bereich des äußeren Gehörgangs (Meatus acusticus externus).

2 Epidemiologie

Hunde leiden häufig an einer Otitis externa. Schätzungen zufolge sind zwischen 6 und 20 % aller Hunde davon betroffen. Die Erkrankung wird oft fälschlich als Diagnose betrachtet, obwohl sie genau genommen als Symptom betrachtet werden muss, da es sich oftmals um die lokale Manifestation einer Allgemeinerkrankung handelt.

3 Ätiologie

Die Ursachen einer Otitis externa sind vielfältig. Grundsätzlich unterscheidet man primäre (ursächliche) von sekundären Auslösern bzw. prädisponierende und die Krankheit unterhaltende (perpetuierende) Faktoren.

Gruppe Faktoren
Prädisponierend:
Primär:
Sekundär:
Perpetuierend:

4 Pathogenese

Unabhängig vom Auslöser reagiert der Gehörgang auf die entzündlichen Prozesse mit einem Erythem. Es kommt zu epithelialer Hyperplasie und Hyperkeratose sowie Hyperplasie der Talg- und Schweißdrüsen. Die Cerumenproduktion ist gesteigert, der Lipidgehalt nimmt ab und der Feuchtigkeitsgehalt zu.

Anschließend kommt es zur Einwanderung von Entzündungszellen in die Dermis und Fibrose. Das Lumen des Gehörgangs verkleinert sich allmählich und die epidermale Oberfläche wird unregelmäßig. Bei schweren und chronischen Otitiden verknöchert der Gehörgang zunehmend.

5 Erkrankungen

Abhängig vom Auslöser und der Art der Otitis können folgende Otitis-Formen unterschieden werden:

6 Klinik

Initiale Zeichen einer Otitis externa sind verstärktes Kratzen, Reiben der Ohren mit den Pfoten, Kopfschütteln, unangenehmer Geruch und manchmal auch Schmerzen und/oder Juckreiz. Zusätzlich zeigen betroffene Hunde gerötete Ohren. Die Ohren werden unphysiologisch gehalten und es kann ein Ausfluss ersichtlich sein. Selten kommt es auch zu einer Kopfschiefhaltung.

7 Diagnose

Hinweise für eine mögliche Verdachtsdiagnose geben die Anamnese (Kopfschütteln, vermehrtes Kratzen der Ohren u.ä.) sowie die Klinik.

Die Diagnose wird mittels äußerlicher Adspektion, zytologischer Untersuchung des Ohrsekrets und Otoskopie gestellt. Die Untersuchung des Ohrsekrets gibt nur bedingt Hinweise auf eine mögliche Ursache bzw. Art der beteiligten Erreger. Anhand der Konsistenz und der Farbe können jedoch bestimmte Erreger bzw. Erregergruppen in Betracht gezogen werden:

  • braun bis braunschwarz, feucht-schwierig: Hefen, Staphylokkoken
  • eitrig-cremig-gelblich: gramnegative Bakterien
  • trocken, kaffeesatzartig: Ohrmilben
  • wachsartig-krümelig, gelblich: Otitis ceruminosa

Bei unklaren Fällen können v.a. bildgebende Verfahren (z.B. Röntgen, MRT, CT) oder eine Endoskopie die Diagnostik unterstützen.

8 Therapie

Für den Therapieerfolg ist eine sorgfältige Diagnostik notwendig. Sämtliche prädisponierenden Faktoren (z.B. Haaree im Gehörgang) sowie primäre und sekundäre Ursachen (z.B. Fremdkörper) sind zu beseitigen.

Das betroffene Ohr muss zu Beginn gründlich gereinigt und mit milden, antiseptischen und für den Gehörgang geeigneten Lösungen gespült werden. Die lokale Behandlung wird zunächst täglich und ausreichend lange durchgeführt. Wichtig ist, dass nach einigen Tagen eine tierärztliche Kontrolle über den Erfolg bzw. Verlauf der Therapie vorgenommen wird, um den weiteren Therapieplan abzuklären. Sollte es trotz lokaler Therapie zu keiner Besserung der Otitis kommen, muss die Diagnostik (v.a. mikroskopische und kulturelle Untersuchung) wiederholt und die Therapie an die vorliegende Otitis-Form angepasst werden.

Die genaue Therapie kann bei den jeweiligen Otitis-Formen nachgelesen werden.

9 Literatur

  • Niemand HG (Begr.). Suter PF, Kohn B, Schwarz G (Hrsg.). 2012. Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke-Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1125-3.

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Februar 2021 um 09:58 Uhr bearbeitet.

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