Medizinstudium in München
Allgemeines
Das Medizinstudium wird in München seit dem WS 2004/2005 an zwei Universitäten angeboten. Die Vorklinik erfolgt immer in Kooperation der LMU (Ludwig-Maximilians Universität) und TU (Technische Universität). Mit der Anmeldung zum 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung steht dann die Entscheidung für eine der beiden Münchner Universitäten an. Beide Hochschulen wurden 2005/2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder für ein umfangreiches Förderprogramm ausgewählt und wurden seitdem stark unterstützt.
Zulassung
Für die Zulassung gelten (Stand 2026), neben den formalen Studienvoraussetzungen (z.B. Hochschulreife), die bundesweiten Zulassungsbeschränkungen welche durch die Stiftung für Hochschulzulassung geregelt werden. Studienplätze werden zudem über das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben. Demzufolge werden folgende Bewerbungsinhalte berücksichtigt: die Abiturnote (prozentuale Gewichtung 51 %), Ergebnis des Tests für medizinische Studiengänge TMS (24 %) Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ, 10%, z.B. Ausbildung im Gesundheitswesen), anerkannter Dienst (8 %) und anerkannter Preis aus bildungsbezogenem Wettbewerb (7 %) vergeben.[1]
Der Test für Medizinische Studiengänge wird anhand des Prozentrangwerts wie folgt auf die Abiturnote angerechnet:
- >90%: 0,8
- >80%: 0,6
- >70%: 0,4
Gebühren
Die Gebühren pro Semester belaufen sich auf einen Grundbetrag von 97,00 €. Ein Semesterticket ist seit dem Wintersemester 2023/24 nicht mehr inkludiert.
Studienaufbau
Während des 1. Studienabschnitts ist man als Medizinstudent in München doppelt immatrikuliert, da die LMU und die TU die Vorklinik gemeinsam organisieren. Das Grundstudium umfasst vier Semester, wird mit dem 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung abgeschlossen und erfolgt nach der Studienordnung der LMU unter Beteiligung der Medizinischen Fakultät der TU sowie ihrer Infrastruktur. Das Studium untergliedert sich in Seminare (POL – Problemorientiertes Lernen), Vorlesungen und praktische Kurse (Bedside-Teaching). Prüfungen werden im Multiple Choice System abgehalten. Es wird nach dem Modell des Medizinischen Curriculums München (MeCuM) unterrichtet. Vorrangiges Ziel des Modells ist es, theoretische und praktische Inhalte optimal zu verknüpfen.
Bei Beantragung der Zulassung zum 1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, wird bis zum 15. Januar bzw. zum 15. Juli auch die Übernahme an eine der beiden Universitäten beantragt. Die Vergabe der Plätze erfolgt nach Physikumsnote, sie entspricht allerdings meist den Wünschen der Studenten.
Der 2. Studienabschnitt dauert an beiden Universitäten sechs Semester und erfolgt an der LMU weiterhin nach MeCuMLMU. An der TU greift zu diesem Zeitpunkt das mediTUM Konzept. Während des klinischen Studienabschnittes muss eine insgesamt viermonatige Famulatur abgeleistet werden. Hinzu kommt das Praktische Jahr (PJ), welches aus drei Abschnitten je vier Monaten besteht. Danach wird die Anmeldung zum 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung genehmigt.
LMU - MeCuMLMU
Das MeCuMLMU Konzept orientiert sich an den Unterrichtsmethoden der Harvard Medical School [1], ist Leitsymptom-bezogen und aufgeteilt in sechs Module. Im sechsten Modul finden keine Kurse mehr statt, da diese Zeit für die Erstellung einer Doktorarbeit verwendet werden soll. Die Module können in der Reihenfolge variiert werden.
- Modul I Grundlagen der klinischen Medizin
- Modul II Konservative Medizin (Schwerpunkt Innere Medizin)
- Modul III Operative Medizin (Schwerpunkt Chirurgie)
- Modul IV Nervensystem und Sensorium
- Modul V Gezeiten - die Lebensabschnitte (Schwerpunkt Gynäkologie, Pädiatrie)
- Modul VI Projektsemester
Neben den Modulen wird immer mittwochs ein Longitudinalkurs (L-Kurs) angeboten, welcher die Ziele hat, die Studenten auf ihre praktische Tätigkeit vorzubereiten, den Umgang mit Patienten zu üben und psychosoziale Kompetenz zu entwickeln.
Prüfungen erfolgen nach dem Multiple-Choice Verfahren und orientieren sich bereits am GK2 Fragenkatalog. Diese werden ergänzt durch mündlich-praktische Prüfungen, die sogenannten OSCEs (Objective Structured Clinical Examination).
Lehrkrankenhäuser
Die LMU hat zahlreiche Lehrkrankenhäuser in und um München. Für einen Überblick dienen folgende Internetseiten:
TU - mediTUM
Das mediTUM Modell, das den 2. Abschnitt des Medizinstudiums an der TU gliedert, ist in drei Studienjahre aufgeteilt. Im Vergleich zum Konzept der LMU wird hier eher Organ-bezogen, mit viel Quervernetzung und fächerübergreifenden Angeboten gearbeitet. Es werden praktische, interdisziplinäre Übungen, Praktika und Seminare abgehalten. Neben den Kursen an der Universität zeichnet sich die klinische Ausbildung an der TU auch durch intensive Blockpraktika von dreiwöchiger Dauer aus, die den Studenten die Möglichkeit geben sollen, ihr erworbenes Wissen direkt praktisch anzuwenden.
Seit zwei Jahren wird an der TU ein Mentorenprogramm angeboten, wobei die Studierenden von Lehrenden individuell bei Entscheidungen zum Studium, Doktorarbeit und Berufswahl unterstützt werden sollen.
Prüfungen finden auch hier im Multiple-Choice Verfahren statt.
Lehrkrankenhäuser
Das Universitätsklinikum der TU ist das Klinikum Rechts der Isar [4]. Auch hier gibt es ein breites Angebot an Lehrkrankenhäusern[5], an denen das Praktische Jahr absolviert werden kann
Studentisches Leben in München
Die Einrichtungen sowohl der LMU [6] als auch der TUM [7] sind sehr zentral gelegen und von überall gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Doppelimmatrikulation im 1. Studienabschnitt bringt mit sich, dass sowohl das reichhaltige studentische Angebot der LMU als auch der TU genutzt werden kann.
Allerdings kostet München auch seinen Preis. Es ist eine der teuersten Städte was den Lebensunterhalt angeht. Inzwischen gibt es auch ein Semesterticket für Studenten, das München und Umgebung abdeckt.
Einzelnachweis
- ↑ LMU, Besondere Zulassungsvoraussetzungen, Stand 2026
Weblinks
- LMU im Internet
- TU im Internet
- Fachschaft LMU
- Fachschaft TU
- LMU Tag der offenen Tür
- Infos für Studienanfänger
- Mecum
- Studienberatung TUM
- Seite der Stadt München
- Studentischer Arbeitsmarkt
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