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Kartoffel

Synonym: Erdapfel
Englisch: potato

1 Definition

Die Kartoffel ist eine Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und der Gattung Nachtschatten (Solanum). Die botanische Bezeichnung lautet Solanum tuberosum.

2 Merkmale

Solanum tuberosum ist eine krautige, verästelte Pflanze mit Wuchshöhen von 0,4 bis 1,0 m. Die Laubblätter sind 10 bis 25 cm lang, 6 bis 12 cm breit und unterbrochen in eiförmige Fiedern unterteilt. Die Blüte erscheint zwischen Juli und Oktober und besitzt nach innen zusammengeneigte Staubbeutel. Die Kronblätter sind weiß, lila oder bläulich. Aus der Blüte gehen 1,5 bis 3,0 cm (Durchmesser) große Beerenfrüchte hervor. Das Wurzelsystem bildet Ausläuferknollen (Kartoffelknollen) aus.

Kartoffelpflanzen kommen zerstreut in ganz Deutschland vor und werden vielerorts angebaut. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südamerika.

3 Kartoffelknollen

Reife Kartoffelknollen, die nicht dauerhaft unter Lichteinfluss gelagert werden, sind weit verbreitete Nahrungspflanzen. Sie enthalten neben Wasser vor allem Kohlenhydrate, hauptsächlich Stärke und geringere Mengen Glucose, Fructose und Saccharose. Darüber hinaus sind verschiedene Proteine, geringe Mengen Fett, Mineralstoffe (z.B. Kalium, Kalzium, Phosphate) und einige Vitamine (vor allem B-Vitamine, Ascorbinsäure, Retinol) enthalten. Unter Lichteinfluss beginnen die Knollen ggf. zu ergrünen und es werden toxische Alkaloide gebildet (siehe Toxikologie).

Die Kartoffelknolle (Tubera Solani tuberosi) dient als pharmazeutische Droge der Gewinnung von Kartoffelstärke (Solani amylum, Ph. Eur.).

4 Toxikologie

Oberirdische Pflanzenteile (Kraut, Beeren) sowie Keime, Knollenkeimlinge und belichtete, grüne Knollen sind durch ihren Gehalt an Alkaloiden giftig. Das Hauptalkaloid ist Solanin, ein Steroid-Alkaloid mit Zuckerresten (Glykoalkaloid, Aglykon: Solanidin). Solanin wirkt bei Kontakt reizend auf Schleimhäute des Gastrointestinaltrakts (Kratzen im Hals, Gastroenteritis mit Emesis und Diarrhoe). Systemisch bewirkt es eine Hämolyse und nach anfänglicher Erregung des Zentralnervensystems kommt es zu Lähmungserscheinungen, der Tod kann durch Atemlähmung eintreten. Eine Schädigung der Nieren durch unverändert ausgeschiedenes Solanin ist möglich. Weiterhin ist α-Chaconin pharmakologisch relevant, der Wirkungscharakter ähnelt dem des Solanins.

Für Erwachsene wird eine Letaldosis von circa 400 mg Solanin angegeben.

4.1 Therapie der Vergiftung

Resorptionsvermindernde Maßnahmen (Aktivkohle, Magenspülung) und intensivmedizinische Betreuung (Volumenersatz, künstliche Beatmung, Defibrillation). Bei Erregung und Krämpfen können Benzodiazepine gegeben werden. Blutbild und Nierenfunktion sind zu überwachen. Darüber hinaus erfolgt symptomatische Therapie.

5 Literatur

  • Jäger et al.: Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, Bd. 2. Aufl. 20, Spektrum Akadem. Verlag.
  • Roth, Daunderer & Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, 5. Aufl., Nikol Verlag.
  • Mutschler et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen, 8. Aufl, Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft.

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