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Intraossärer Zugang

von lateinisch: intra - innerhalb, os - Knochen
Synonym: i.o.-Zugang

1 Definition

Als intraossären Zugang bezeichnet man eine Punktion des Knochenmarks mit einer Spezialkanüle am medialen Rand der Tibia (Schienbein). Er ist eine Alternative zum intravenösen Zugang bei kleinen Kindern, Säuglingen und Neugeborenen (v.a. in Notfall-Situationen).

2 Hintergrund

Bei kleinen Kindern, Säuglingen und Neugeborenen kann sich eine Punktion von Venen oft als sehr schwierig erweisen. Im Notfall, wenn schnell ein Zugang zum venösen Gefäßsystem gelegt werden muss, darf keine Zeit durch langes Suchen nach einer geeigneten kleinen Vene vergeudet werden. Das ERC (European Resucitation Council) empfiehlt einen intraossären Zugang im Rahmen einer Reanimation von Kindern bis 8 Jahren immer dann, wenn kein venöser Zugang liegt oder nicht sofort gelegt werden kann.

Beim intraossären Zugang können alle Medikamente und Infusionen wie bei intravenöser Gabe appliziert werden (sie werden über die im gut durchbluteten Knochenmark gelegene Kanüle sehr schnell aufgenommen).

3 Komplikationen

Durch einen intraossären Zugang kann es selten zu Verletzungen der Epiphysenfugen, Infektionen des Knochenmarks (Osteomyelitis) und anderen Komplikationen kommen.

Fachgebiete: Notfallmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 8. April 2021 um 22:09 Uhr bearbeitet.

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