Druckinfusionsbeutel
Synonym: Druckinfusionsmanschette
Definition
Der Druckinfusionsbeutel ist ein mechanisches Hilfsmittel zur Erhöhung des Infusionsdrucks von Flüssigkeiten in Infusionssystemen. Er wird eingesetzt, um einen definierten Druck auf Infusionsbeutel auszuüben und dadurch höhere Flussraten als durch reine Schwerkraft zu erzielen. Der Einsatz erfolgt meist an venösen oder intraossären Zugängen.
Hintergrund
Die Flussrate einer Infusion wird maßgeblich durch den Druckgradienten zwischen Infusionssystem und Gefäßsystem bestimmt. Bei konventioneller Schwerkraftinfusion ist dieser Gradient gering und limitiert insbesondere bei Schockzuständen oder kleinen Lumina die effektive Volumenzufuhr.
Durch den Druckinfusionsbeutel kann der Systemdruck auf bis zu etwa 300 mmHg erhöht werden. Dadurch lassen sich auch über periphere Zugänge oder intraossäre Kanülen klinisch relevante Flussraten erzielen. Physikalisch folgt die Druckinfusion den Gesetzmäßigkeiten der Strömungslehre, insbesondere dem Zusammenhang zwischen Druck, Radius und Viskosität der infundierten Lösung.
Indikationen
Indikationen für einen Druckinfusionsbeutel sind Situationen, in denen eine schnelle und kontrollierte intravenöse Flüssigkeits- oder Blutgabe erforderlich ist. Dazu zählen insbesondere:
- Volumenmangelschock (z.B. bei Trauma, Sepsis, Blutverlust)
- Massive Blutung mit Bedarf für eine schnelle Gabe von Blutprodukten (z.B. Erythrozytenkonzentrate)
- Spezielle interventionelle oder chirurgische Verfahren, wie z.B. die Arthrozentese, bei der ein Druckinfusionsbeutel zur kontrollierten Spülung eines Gelenks eingesetzt wird
Literatur
- Ziegenfuß: Notfallmedizin, Springer-Verlag 2025, abgerufen am 06.01.2026
- Bernhard et. al., Notfalltechniken Schritt für Schritt, Thieme-Verlag 2016, abgerufen am 06.01.2026
- Thieme-Verlag: Notfallsanitäter- Retten, abgerufen am 06.01.2026