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Duffy-Antigen

(Weitergeleitet von DARC)

benannt nach dem ersten Patienten, bei dem das Antigen 1950 nachgewiesen wurde
Synonyme: Duffy-Rezeptor, Duffy-Faktor, Fy, DARC, CD234
Englisch: Duffy antigen/chemokine receptor, Fy glycoprotein

1 Definition

Das Duffy-Antigen ist ein Protein der Zellmembran von Erythrozyten, Endothelzellen und Nervenzellen und fungiert als Chemokinrezeptor. Es definiert die Blutgruppe Duffy (Fy, Blutgruppensystem 008 nach ISBT-Nomenklatur)

2 Biochemie

DARC ist ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, dessen Gen FY auf Chromosom 1 lokalisiert ist. Er besteht aus 336 Aminosäuren und einer atomaren Masseneinheit von 35,5 kDa.

Die physiologische Besonderheit als Chemokinrezeptor ist für DARC noch nicht genau nachgewiesen. Pathophysiologisch gilt er jedoch als Rezeptor für die Malaria-Erreger Plasmodium vivax und Plasmodium knowlesi.

2.1 Signaltransduktion

DARC bindet wie alle Chemokinrezeptoren entzündliche CC- und CXC-Chemokine. Allerdings sind bei DARC nicht direkt die typischen chemotaktischen Effekte nachgewiesen.

3 Genetik

Es sind mehr als 10 Allele bekannt, die beiden häufigsten sind FY*01 oder FY*A und FY*02 oder FY*B. Die übrigen Allele kodieren seltene Varianten oder sind stumme Allele ohne Genprodukt. Die klassische, immunhämatologische, am Phänotyp orientierte Nomenklatur ist: Fya, Fyb, Fyx (selten) und Fy (stummes Allel, Null-Phänotyp).

Die Verteilung der Phänoytpen in Europa ist wie folgt:

Phänotyp Verteilung (Europa)
Fy(a+b-) 18%
Fy(a-b+) 33%
Fy(a+b+) 49%
Fy(a-b-) sehr selten

In Afrika tritt mit über 90% Häufigkeit der Polymorphismus des stummen Allels Fy homozygot auf, der zu dem Duffy-negativen Phänotyp Fy(a-b-) führt. Hierbei wird kein DARC exprimiert. Dies erklärt sich durch den Selektionsdruck der Malaria.

Da akutell (2016) zehn Allele beschrieben sind, die kein Genprodukt haben, kann bei Vorliegen des Null-Phänotyps ohne molekulargenetische Untersuchung nicht festgelegt werden, ob es sich um echte Homozygotie oder um Compound-Heterozygotie handelt.

4 Klinik

Irreguläre erythrozytäre Antikörper treten im Duffy-System gelegentlich auf und können hämolytische Transfusionsreaktionen verursachen. Am häufigsten ist Anti-Duffya.

Wenn eine Sensibilisierung gegen Duffy-Antigene eingetreten ist, kann die Versorgung von Fy(a-b-)-Patienten mit kompatiblen Erythrozytenkonzentraten in Europa außerordentlich schwierig sein.

5 Geschichte

Die Entdeckung des Duffy-Systems beruht auf einem erythrozytären Antikörper mit bis dahin unbekannter Spezifität, der bei dem Patienten Duffy 1950 in London entdeckt wurde. Duffy litt an Hämophilie und hatte über Jahre zahlreiche Bluttransfusionen bekommen. Der Antikörper wurde Anti-Duffya (Anti-Fya) getauft. 1951 wurde das komplementäre Anti-Fyb gefunden.

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