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Selektion

von lateinisch: selectio - Auslese
Synonyme: Auslese, Trennung, Sortierung
Englisch: natural selection

1 Definition

Die Selektion beschreibt wörtlich "Auslese". In der Biologie wird der Begriff der Selektion oft im Zusammenhang mit dem Vorgang der Evolution und der Veränderung von Arten verwendet.

Die Selektion gehört zu den Evolutionsfaktoren und dient damit als Antriebskraft der Evolution.

2 Prinzip der Selektion

Das Prinzip der natürlichen Auslese nach Darwin basiert auf der Angepasstheit von Lebewesen an ihre Umwelt und die Bedrohung der Lebewesen durch ihre Umwelt durch sogenannte Selektionsfaktoren. Selektionsfaktoren können abiotisch (nicht belebte Natur, wie Klima, Wasserbestand, Bodenbeschaffenheit) oder biotisch (belebte Natur, Konkurrenzkampf, intra- und interspezifische Wechselwirkungen) sein.

Die Basis ist eine große Anzahl an Nachkommen, mehr als notwendig sind, um die Eltern zu ersetzen. Diese Nachkommen sind bei Arten nicht alle gleich, sondern unterschiedlich. Die Variabilität im Phänotyp basiert bei Arten, die sich sexuell fortpflanzen, auf zwei Mechanismen auf genetischer Ebene: homologe Rekombination und Mutation. Im Gegensatz dazu beruhen die Unterschiede in den Nachkommen eines Organismus, der sich asexuell fortgepflanzt hat (entweder durch Parthenogenese oder durch Teilung), ausschließlich auf Mutation.

Die homologe Rekombination beschreibt die zufällige Aufteilung von Chromosomen inklusive Crossing-over auf die Keimzellen während der Meiose (Tetradenbildung). Die Mutation beschreibt die zufällige Veränderung der Basensequenz der DNA.

Die Variabilität der Nachkommen führt dazu, dass einige Individuen besser, andere schlechter an die vorherrschende Umwelt angepasst sind. Diese Angepasstheit wird als biologische Fitness bezeichnet.

Die Selektionsfaktoren wirken auf den Organismus mit seinen Eigenschaften ein. Sind seine Eigenschaften von Vorteil, so besitzt er eine bessere Fitness und wird sich somit besser fortpflanzen können als seine weniger gut angepassten Artgenossen.

"Survival of the fittest!"

Besser angepasste Individuen haben eine höhere Fitness und setzen sich gegen schlechter angepasste durch. So erfolgt immer eine Auslese von ungünstigen und ein Bevorzugung von vorteilhaften Merkmalen. Dieser Vorgang führt schließlich zur Evolution und der Entstehung neuer Arten.

3 Wichtige Merksätze

  • Organismen werden nicht angepasst - sie sind angepasst oder nicht.
  • Organismen werden durch die Umwelt auf ihre Angepasstheit überprüft.
  • Variabilität an Organismen basiert auf Mutation und Rekombination.
  • Evolutionsfaktoren: Selektion, Isolation, Variabilität durch Mutation und Rekombination, Gendrift

4 Arten der Selektion

  • Sexuelle Selektion: Auslese durch den Geschlechtspartner und somit Bevorzugung und Ausprägung bestimmter Eigenschaften
  • Natürliche Selektion: Auslese durch die Umwelt
  • Künstliche Selektion: Gezielte Auswahl und Verpaarung, antrophogener Einfluss, typische Zuchtmethoden in Pflanzen- und Tierzucht sowie in der Forschung

5 Formen der Selektion

Die Variabilität von Nachkommen eines bestimmten Merkmals folgt einer Gauß-Normalverteilung. Das Maximum zeigt den aktuell durch die Umweltgegebenheit bevorzugte Variante.

  • Disruptiv: Zerschneidend, trennend, plötzlich werden durch zufällige Umweltveränderungen oder auch geographische Barrieren nicht mehr der Durchschnitt, sondern ein Extrem bevorzugt, was zur Artneubildung (Speziation) führt.
  • Transformierend:Verschiebend, durch Veränderung der Umwelt wird eine andere Variante bevorzugt, was auf Dauer zur Verschiebung des Mittels zu diesem Typ führt. Ein Beispiel ist die Fluchtgeschwindigkeit bei Mäusen, die schnellsten Mäuse überleben.
  • Stabilisierend:Mitteltyp wird erhalten und die Extreme sind benachteiligt, wirkt stabilisierend. Das Geburtsgewicht ist ein typisches Beispiel, zu geringes oder hohes Gewicht können letal sein.

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