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Irreguläre erythrozytäre Antikörper

1 Definition

Irreguläre erythrozytäre Antikörper sind Alloantikörper gegen Antigene auf der Membran von Erythrozyten. Sie können durch Immunisierung nach Schwangerschaften oder Erythrozytentransfusionen entstehen oder natürlich präformiert sein.

2 Klinische Bedeutung

3 Hintergrund

Die klinische Bedeutung eines irregulären erythrozytären Antikörpers beruht auf zwei Punkten:

  1. Verursacht der Antikörper in vivo eine Zerstörung von Erythrozyten oder ist er voraussichtlich nicht transfusionsrelevant? Kälteantikörper oder sog. HTLA-Antikörper verursachen zum Beispiel, von seltenen Ausnahmen abgesehen, keine Transfusionsreaktionen.
  2. Wie gut sind kompatible, das heißt Antigen-negative Erythrozytenkonzentrate verfügbar? Ein Anti-Kell schränkt die Versorgung kaum ein, da ca. 93% der Bevölkerung Kell-negativ sind. Antikörper gegen sog. hochfrequente Antigene stellen dagegen ein erhebliches Problem dar. Ein Patient mit Anti-Vel kann im Fall einer Blutung nicht sofort mit Erythrozytenkonzentraten versorgt werden, da in Westeuropa nur deutlich unter 1 pro Mille der Population Vel-negativ ist.

Die Bezeichnung "irreguläre Antikörper" wird verwendet, um den Unterschied zu den "regulären Antikörpern" (Isoagglutininen) zu betonen. Die meisten Blutgruppensysteme wurden durch die Aufklärung von Komplikationen durch einen bis dahin unbekannten irregulären erythrozytären Antikörper entdeckt.

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