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Cryptosporidium

von griechisch: cryptos - verborgen, spora - Same, Keim
Synonym: Kryptosporidien

1 Definition

Die Gattung Cryptosporidium sind einzellige Parasiten aus dem Phyllum Apicomplexa, die den Menschen und verschiedene Wirbeltiere befallen. Sie gehört zur Familie der Cryptosporiidae (Ordnung Cryptosporiida).

2 Erreger

Die Gattung Cryptosporidium umfasst zahlreiche Arten und verschiedene Genotypen. Sie verursachen bei Säugetieren und Menschen vorwiegend intestinale Infektionen und weisen unterschiedliche Wirtsspezifitäten auf.

Einige Arten sind Erreger von Zoonosen (z.B. Cryptosporidium parvum). Besondere Bedeutung haben Kryptosporidien als Durchfallerreger bei Menschen, Kälbern und kleinen Wiederkäuern.

3 Erkrankung

Cryptosporidium-Arten verursachen zahlreiche Krankheiten bei den Haussäugetieren, u.a.:

Ferner können Infektionen durch Cryptosporidium bei Kleintieren auftreten, z.B.:

4 Entwicklung

Cryptosporidium-Arten folgen einem monoxenen Entwicklungszyklus. Nach der oralen Aufnahme sporulierter Oozysten erfolgen zwei ungeschlechtliche Fortpflanzungen (Merogonien) in den Enterozyten - unmittelbar unter dem Mikrovillussaum (intrazellulär-extrazytoplasmatisch).

Nach der Gamogonie bilden sich sowohl dickwandige als auch dünnwandige Oozysten (mit vier Sporozoiten ohne Sporozysten), von denen die dickwandigen mit dem Kot ausgeschieden werden. Die dünnwandigen hingegen verbleiben im Darm und entlassen dort die Sporozoiten, die zu endogenen Autoinfektionen führen.

5 Vorkommen

Kryptosporidien sind weltweit verbreitet. Die Übertragung verläuft von Wirt zu Wirt, über Futter, Trinkwasser, Gegenstände, u.ä. Die Oozysten können in einer kühlen und feuchten Umgebung mehrere Monate lang überleben.

6 Klinik

Cryptosporidium-Infektionen verlaufen häufig inapparent. Beim Menschen werden Durchfälle sowie kolikartige Bauchkrämpfe ausgelöst.

Cryptosporidium parvum verursacht bei Kälbern profuse Diarrhö, Fieber, Exsikkose, Gewichtsverlust und gelegentlich auch Todesfälle. Ein Befall führt zu einer katarrhalischen Enteritis.

7 Diagnose

Der Nachweis der Oozysten (ca. 4 bis 6 µm groß) erfolgt mikroskopisch mittels Kotausstrich nach Spezialfärbung (z.B. modifizierte Ziehl-Neelsen-Färbung). Ebenso kann immunologisch mit markierten Antikörpern ein Cryptosporidium-Befall diagnostiziert werden.

8 Therapie

Eine kausale Therapie gegen Kryptosporidien steht derzeit nicht zur Verfügung. Eine Kryptosporidiose wird rein symptomatisch behandelt. Wichtige Maßnahmen sind das Ersetzen des Wasserverlustes und die Elektrolytsubstitution. Bei HIV-Infizierten ist eine wirksame antiretrovirale Therapie vordringlich.

Im veterinärmedizinischen Bereich kann ein hochgradiger Befall bei Kälbern mit Halofuginon (60 - 125 µg/kgKG täglich p.o. über Milchaustauscher über einen Zeitraum von 7 Tagen) behandelt werden.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

9 Prophylaxe

Eine Cryptosporidium-Infektion kann durch strikte Hygienemaßnahmen (regelmäßige Reinigung, Desinfektion) verhindert werden.

10 Zoonose

Cryptosporidium parvum ist ein Zoonoseerreger, der v.a. immundefiziente Menschen befällt und zu gravierenden Enteritiden führen kann.

11 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke Verlag, 2008.

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