Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Alopezie (Hund)

Synonym: Haarlosigkeit
Englisch: alopecia

1 Definition

Als Alopezie bezeichnet man das Fehlen von Haaren an normalerweise behaarten Körperstellen beim Hund.

2 Ätiologie

Alopezie kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen ausgelöst werden. Folgende ätiologische Faktoren können zu einer Haarlosigkeit führen:

3 Erkrankungen

Störung Häufigkeit, Vorkommen Diagnose Therapie
Haarzyklusstörungen
Hypothyreose selten tT4, TSH-Stimulationstest u.ä. Levothyroxin
Morbus Cushing häufig LDDT, ACTH-Stimulationstest u.ä. z.B. Trilostan
Hodentumoren Kryptorchide Ultraschall, Testosteron-Östradiol-Verhältnis Kastration
Hyperöstrogenismus intakte Hündinnen Ausschlussdiagnostik Kastration
Alopecia X Rasseprädisposition Ausschlussdiagnostik Kastration, keine
Post-clipping-Alopecia Rasseprädisposition Anamnese, Biopsie keine
Rassespezifische Haarzyklusstörung Rasseprädisposition Anamnese, Biopsie keine
Telogenes Effluvium sehr selten Anamnese, Trichogramm keine
Haarfollikeldysplasien bzw. -dystrophien
Farbmutantenalopezie Rasseprädisposition Rasse, Biopsie keine
Schwarzhaaralopezie Rasseprädisposition Biopsie keine
Haarmatrix-Lipidose Rasseprädisposition Klinik keine
Schablonenerkrankung Rasseprädisposition Klinik, Biopsie keine
Flankenalopezie Rasseprädisposition Klinik, Ausschlussdiagnostik, Biopsie Melatonin
Entzündliche nicht-infektiöse Alopezien
Alopecia areata selten Biopsie Kortikoide, Ciclosporin
Sebadenitis Rasseprädisposition Biopsie essentielle Fettsäuren, Ciclosporin
epitheliales Lymphom selten Biopsie palliativ
Pseudopelade-like-Folliculitis sehr selten Bippsie keine

4 Vorkommen

Alopezien die aufgrund von Haarfollikeldysplasien entstehen, treten meist schon in den jungen Jahren auf und haben ein typisches Verteilungsmuster oder betreffen eine bestimmte Fellfarbe. Zyklisch wiederkehrende Alopezien und Alopecia X treten ebenso in den ersten Lebensjahren auf, wohingegen sich die meisten hormonellen Haarzyklusstörungen im mittleren bis höheren Lebensalter manifestieren.

5 Verlauf

Die meisten Alopezien weisen einen progredienten Verlauf. Infektiös bedingte Alopezien hingegen zeigen einen akuten Verlauf und schreiten rasch voran. Das telogene Effluvium ist hauptsächlich durch Alopezie und schnell nachwachsende Haare gekennzeichnet. Das klinische Bild der zyklisch wiederkehrenden Flankenalopezie geht häufig im Frühling in spontane Regression. Die Alopecia areata kann ebenfalls spontan ausheilen.

6 Diagnose

Die diagnostische Aufarbeitung von Alopezie hängt vom klinischen Bild ab. Sind deutliche Entzündungszeichen vorhanden, muss die Alopezie systematisch wie bei Hauterkrankungen mit Papeln, Pusteln, Furunkeln und Krusten aufgearbeitet werden.

Kann durch die Diagnostik eine eindeutige Diagnose erzielt werden, ist folgendes Schema abzuarbeiten:

Schritt 1 Diagnostik:
Schritt 2 Diagnose:
Schritt 3 Therapie:

Wird trotz umfangreicher Diagnostik keine Diagnose gefunden, so sind folgende Schritte vorzunehmen:

Schritt 1 keine Diagnose:
Schritt 2 positive Pilzkultur:
  • Dermatophytose
positive Biopsie:
Schritt 3  Therapie:

7 Literatur

  • Linek M. Hautkrankheiten. In: Suter PF, Kohn B, Schwarz G (Hrsg.). Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG. 389-441.

Diese Seite wurde zuletzt am 19. September 2020 um 23:50 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

0 Wertungen (0 ø)

6 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: