Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Sebadenitis (Hund)

1 Definition

Die Sebadenitis ist seltene Erkrankung des Hundes, bei der es zur Entzündung und Zerstörung der Talgdrüsen kommt.

2 Ätiopathogenese

Die genaue Ursache der Krankheit ist derzeit (2021) noch nicht bekannt. Es wird eine autoimmune Genese diskutiert, wobei eine erbliche Komponente bei einigen Rassen nachgewiesen wurde. Es kommt zu einer selektiven Entzündungsreaktion und nachfolgender Zerstörung der Talgdrüsen.

3 Vorkommen

Beim Pudel wurde eine erbliche Komponente nachgewiesen. Zusätzlich tritt die Erkrankung gehäuft bei Hovavart, Akita, Viszla, Berner Sennenhund und Deutscher Schäferhund auf. Die Sebadenitis kann aber grundsätzlich bei jeder Rasse oder auch bei Mischlingen vorkommen.

4 Klinik

Die Veränderungen beginnen meist an Kopf, Ohren und Schwanz und breiten sich später auf den ganzen Rücken aus. Es kommt zu einem Haarbruch bzw. Ausfall der Haare. Anschließend bilden sich dicke Schuppengrenzen um die verbleibenden Haare. Ein Juckreiz ist zu Beginn der Erkrankung häufig nicht vorhanden - er entsteht mit erst durch eine sekundär entstehende Follikulitis bzw. Furunkulose.

5 Diagnostik

Eine endgültige Diagnose kann nur mithilfe einer Biopsie gestellt werden. Typischerweise sind hier keine bzw. nur zerstörte Talgdrüsen nachweisbar.

6 Therapie

Die Behandlung muss in der Regel lebenslänglich durchgeführt werden. Ein Kombination aus oraler und topischer Therapie ist meistens zielführend.

Die lokale Therapie besteht aus der Anwendung von keratolytischen und antibakteriellen Shampoos und einer darauffolgenden Ölbehandlung (z.B. mit Babyöl). Das Öl sollte 2 bis 3 Stunden auf dem Hund belassen und dann mit einem erneuten Bad abgewaschen werden. Zusätzlich können intermittierend Propylenglycol-Wasser-Lösungen (50 zu 50 Mischung) oder Phytosphingosine als Spray angewendet werden. Die topische Behandlung erfolgt zuerst 2x wöchentlich, danach können die Abstände vergrößert werden.

Zur systemischen Therapie kann Ciclosporin eingesetzt werden, wobei insbesondere die Kombination aus lokaler und systemischer Behandlung gute Erfolge gezeigt hat. Die Verabreichung von hochdosierten essentiellen Fettsäuren ist zusätzlich hilfreich.

Beim Auftreten von bakteriellen Sekundärinfektionen ist der Einsatz von Antibiotika indiziert.

7 Quellen

  • Niemand HG (Begr.). Suter PF, Kohn B, Schwarz G (Hrsg.). 2012. Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke-Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1125-3.
  • Anicura. Sebadenitis (Zugriff: 22.03.2021)

Diese Seite wurde zuletzt am 23. März 2021 um 12:10 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

0 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: