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Pomalidomid

(Weitergeleitet von (RS)-4-Amino-2-(2,6-dioxopiperidin-3-yl)-2,3-dihydro-1H-isoindol-1,3-dion)

Synonyme: (RS)-4-Amino-2-(2,6-dioxopiperidin-3-yl)-2,3-dihydro-1H-isoindol-1,3-dion
Handelsnamen: Imnovid®, Pomalyst®
Englisch: pomalidomide

1 Definition

Pomalidomid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Immunmodulatoren, der zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird.

2 Chemie

Die Summenformel von Pomalidomid lautet C13H11N3O4. Es handelt sich um ein Aminoderivat von Thalidomid, das als Racemat vorliegt. Die molare Masse liegt bei etwa 273,248 g·mol-1. Pomalidomid hat einen Schmelzpunkt von etwa 317,6 - 320,8 °C. Es ist mit 1 mg·ml-1 in Wasser löslich. Bei Raumtemperatur ist Pomalidomid fest und liegt als gelbes Pulver vor.

3 Wirkmechanismus

Auf molekularer Ebene ist der Wirkmechanismus von Pomalidomid nicht vollständig geklärt(2018), da er vielschichtig aufgebaut ist und über eine Mehrzahl von Mechanismen abläuft. Den größten Anteil an der Wirkung hat wahrscheinlich die Angiogenesehemmung.

Der Wirkstoff soll die Tumorzellen direkt angreifen und über eine Aktivierung von p21WAF-1 den Zellzyklus hemmen. Eine Aktivierung der Caspase 8 und eine Regulation von Tumorsuppressorgenen und Onkogenen führt zur Apoptose der Myelomzellen. Pomalidomid wirkt dabei synergistisch mit Dexamethason. Pomalidomid vermindert die Synthese proinflammatorischer Zytokine wie TNF-α und IL-6. Darüber hinaus soll es außerdem zu einer Stimulation von T-Zellen und NK-Zellen kommen.

4 Pharmakokinetik

Pomalidomid kann unabhängig von der Nahrungsaufnahme oral eingenommen werden und erreicht seine maximale Konzentration im Blutplasma nach etwa 3 Stunden. Die Plasmaproteinbindung beträgt circa 12 bis 44%. Der Wirkstoff wird in der Leber metabolisiert, vor allem über CYP3A4 und CYP1A2. Der am häufigsten vorkommende Metabolit ist das 5-Hydroxy-Glucuronid-Pomalidomid. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 6,5 bis 8 Stunden, der Wirkstoff und etwaige Metabolite werden über Harn oder Faezes ausgeschieden.

5 Indikationen

Pomalidomid ist seit dem Jahr 2013 als Zweitlinientherapie des rezidivierten und therapierefraktären Multiplen Myeloms in Europa und den USA zugelassen. Der Wirkstoff wird kombiniert mit Dexamethason zur Behandlung von Patienten verwendet, die zuvor mindestens 2 Chemotherapien, darunter Lenalidomid und Bortezomib, erhalten haben und unter der letzten Therapie eine Progression zeigten.

6 Kontraindikationen

Da Pomalidomid eine teratogene Wirkung zeigt, ist der Wirkstoff während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine strikte Antikonzeption einhalten, meist durch Anwendung von zwei verschiedenen Verhütungsmitteln. Aufgrund eines erhöhten Thromboserisikos sollte auf die Einnahme einer Östrogen-Gestagen-Kombination verzichtet werden. Sollte es dennoch zu einer Schwangerschaft kommen, muss die Therapie umgehend abgebrochen werden.

7 Wechselwirkungen

Direkte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt.

8 Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen unter anderem:

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