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Lenalidomid

Handelsnamen: Revlimid® u.a.
Synonym: CC-5013
Englisch: Lenalidomide

1 Definition

Lenalidomid bezeichnet einen Wirkstoff aus der Gruppe der Immunmodulatoren, der in Deutschland unter dem Handelsnamen Revlimid vertrieben wird. Strukturell besteht eine Verwandtschaft mit dem Thalidomid. Lenalidomid wird für die medikamentöse Therapie des Multiples Myelom angewendet. Im Jahr 2003 erfolgte die Ausweisung als Orphan-Arzneimittel durch den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) und die Eintragung als Solches ins Europäische Gemeinschaftsregister.

2 Anwendungsgebiete

In den USA, der EU, in Argentinien, der Schweiz und in Kanada ist Lenalidomid im Rahmen einer Kombinationstherapie mit Dexamethason bei Patienten mit einem multiplen Myelom zugelassen, welche bereits eine Standardtherapie erhalten haben. In Australien liegt eine Zulassung von Lenalidomid vor, die ebenfalls eine Kombinationstherapie mit Dexamethason erlaubt – allerdings nur bei Patienten, bei denen sich das multiple Myelom nach einer Standarttherapie noch verschlechtert hat. Lenalidomid ist des Weiteren in den USA, in Kanada und in Argentinien für eine Therapie von transfusionsabhängigen Patienten mit einem Myelodysplastischen Syndrom der Risikoklasse niedrig oder intermediär-1 (5q-minus-Syndrom) mit weiteren zytogenetischen oder ohne weitere zytogenetische Aberrationen zugelassen.

3 Wirkungsmechanismus

Lenalidomid gehört zur Arzneistoffgruppe der peroral bioverfügbaren immunmodulierenden Substanzen (wie zum Beispiel auch Thalidomid). Die Wirksamkeit beruht auf mehreren Mechanismen. Diese sind im Einzelnen:

4 Nebenwirkungen

5 Gefahren

Zahlreiche Studien zeigen, dass Lenalidomid eine offensichtlich teratogene Wirkung (den Embryo schädigend) aufweist. Es kann zu mitunter lebensbedrohlichen Geburtsschäden kommen. Daher ist ein Schwangerschaftsverhütungsprogramm für gebärfähige Frauen und deren Partner parallel zur Therapie mit Lenalidomid unbedingt erforderlich. Des Weiteren macht die Gefahr einer Myelosuppression die wöchentlichen Blutbildkontrollen in den ersten acht Behandlungswochen erforderlich.

Ein Arzt muss beim Verschreiben von Lenalidomid nachweisen, die Sicherheitsmaßnahmen gemäß der aktuellen Fachinformation einzuhalten, insbesondere auch, erforderlichenfalls ein Schwangerschafts-Präventionsprogramm durchzuführen. Des Weiteren ist auf der Verschreibung zu vermerken, ob die Behandlung innerhalb oder außerhalb (Off-Label-Use) der jeweils zugelassenen Anwendungsgebiete erfolgt.

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