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Kammerflimmern

Englisch: ventricular fibrillation

1 Definition

Kammerflimmern ist eine akut lebensbedrohliche tachykarde Arrhythmie des Herzens, bei der die Kammerfrequenz stark erhöht (>320/min) ist und die mechanische Pumpfunktion des Herzens zum Erliegen kommt.

Das Kammerflimmern ist die am stärksten ausgeprägte Form der ventrikulären Tachykardie.

2 Hintergrund

Während des Kammerflimmerns ist die Weiterleitung der elektrischen Signale im Herzen (Erregungsleitungssystem des Herzens) gestört. Die Muskelfasern des Herzens kontrahieren unkoordiniert, so dass die Blutversorgung des Körpers nicht mehr gewährleistet ist. Die Betroffenen werden bereits nach einer kurzen Zeit bewusstlos.

3 Ursachen

4 Therapie

4.1 Akutphase

Bei Auftreten von Kammerflimmern erfolgt eine externe Defibrillation mit 200-360 Joule sowie eine sofortige Reanimation nach der ABC-Regel. Die Defibrillation ist die wirksamste Therapie des Kammerflimmerns. Sie sollte so früh wie möglich durchgeführt werden. Jede Minute ohne Defibrillation verschlechtert die Chancen einer erfolgreichen Wiederbelebung um etwa 10 %.

Bei erfolgloser dreimaliger Defibrillation werden intravenös Katecholamine und ein Klasse-III-Antiarrhythmikum gegeben und erneut defibrilliert. Bei weiterhin instabilen Herzrhythmus folgt die Schnellaufsättigung mit Amiodaron.

4.2 Rezidivprophylaxe

Vor allem Patienten mit einem Kammerflimmern nach Myokardinfarkt haben innerhalb von 48 Stunden ein hohes Rezidivrisiko. Um einen plötzlichen Herztod und weitere tachykarde Rhythmusstörungen zu verhindern, wird ein ICD implantiert. Zusätzich ist eine orale Therapie mit Amiodaron oder Sotalol angezeigt.

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