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Reanimation

Synonyme: kardiopulmonale Reanimation (CPR), Wiederbelebung, Herz-Lungen-Wiederbelebung

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Unter Reanimation versteht man die Wiederbelebung eines Patienten nach dem Auftreten eines Herz-Kreislauf-Stillstandes (Herz- und/oder Atemstillstand).

2 Rettungsmaßnahmen

2.1 Basic Life Support

Die Basismaßnahmen ("Basic Life Support", BLS) bei einer Reanimation kann sowohl von professionellen Helfern (Notärzten, Rettungsassistenten, Rettungssanitätern etc.) als auch von Laien ("jedermann") durchgeführt werden.

Die erste Maßnahme ist, den Patient laut anzusprechen und zu "rütteln" oder einen Schmerzreiz zu setzen. Ist keine Reaktion bemerkbar, wird eine Atemkontrolle durchgeführt. Hierbei wird der Kopf des Patienten überstreckt und der Helfer geht mit seiner Wange über Mund bzw. Nase des Patienten mit Blick Richtung Thorax (Sehen, ob sich der Thorax hebt und senkt; Fühlen und Hören von Atemgeräuschen). Die Atemkontrolle sollte 10-15 sec erfolgen, um auch eine mögliche Bradypnoe zu erkennen. Insbesondere für Laien ist es wichtig, die bei reanimationspflichtigen Patienten häufig auftretende Schnappatmung nicht mit einer physiologischen Atmung zu verwechseln. Ist keine Atmung mehr vorhanden, wird mit der CPR begonnen.

Laut Guidelines der ERC ist eine Thoraxkompression mit einer Geschwindigkeit von 100-120 bpm, einer Drucktiefe von 5-6 cm und einem Verhältnis von 30:2 (Thoraxkompressionen zu Beatmungen) anzustreben.

Kinder bis zum Alter der Pubertät sollen in der Zweihelfermethode im Verhältnis 15:2 (Thoraxkompressionen zu Beatmungen) reanimiert werden, Neugeborene im Verhältnis 3:1. Bei allen pädiatrischen Reanimationen beträgt die angestrebte Drucktiefe 1/3 des a.p.-Durchmessers.

Bei der Ausbildung für Laien in den Hilfsorganisationen hat sich zusätzlich die Lehrmeinung durchgesetzt, dass bei inadäquater technischer Ausstattung (Ambu-Beutel, Mund-Nasen-Maske, Beatmungstuch etc.) der Basic Life Support auch mit weniger oder ganz ohne Beatmung durchgeführt werden kann. Hierbei wird der Aufrechterhaltung des Blutdrucks und damit der kapillären Perfusion durch kontinuierliche Thoraxkompression höchste Priorität eingeräumt. Vor allem versucht man so jedoch, die Hemmschwelle zur Laienreanimation (Reanimation, die nicht durch ausgebildete Helfer vorgenommen wird) herabzusetzen, da sie einfacher durchzuführen ist und durch die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle schnell per Telefon angeleitet werden kann. Sowohl in den USA als auch Großbritannien konnte man durch die stark beworbene Hands-Only-CPR die Quote an durchgeführten Laienreanimationen stark steigern.

2.2 Advanced Life Support

Erweiterte Maßnahmen ("Advanced Life Support", ALS) können und sollen nur von professionellen Helfern durchgeführt werden.

Der Rettungsdienst und Notarzt arbeitet ähnlich wie beim Basic Life Support, nur das hier ein Airwaymanagement, eine Defibrillation und die Gabe von Medikamenten hinzukommen.

Das Airwaymanagement erfolgt über eine endotracheale Intubation bzw. einen Larynxtubus. Bei pädiatrischen Reanimationen erfolgt häufig, insbesondere in der Präklinik, die Beatmung nur mittels Beutel-Masken-Beatmung.

Die Defibrillation erfolgt nur bei einem hyperdynamen Kreislaufstillstand, also bei einer pulslosen ventrikulären Tachykardie (PVT) oder bei einem Kammerflimmern (KF). Dabei wird Adrenalin und Amiodaron erst nach dem 3. Schock gegeben.

Bei hypodynamen Kreislaufstillständen wie pulsloser elektrischer Aktivität (PEA) und Asystolie erfolgt keine Defibrillation, da hier die Herzzellen nicht depolarisert werden müssen. Allerdings erfolgt die Medikamentengabe sofort.

3 Skripte & Dokumente

4 Leitlinien

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