Daunorubicin
Handelsnamen: DaunoXome, Cerubidine, Daunoblastin
Synonyme: Rubidomycin, Daunomycin
Englisch: daunorubicine
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition
Daunorubicin (DNR) ist ein zur Gruppe der Anthracycline gehörendes Glycosid und Antibiotikum, welches als Kombinationspräparat in der Therapie der akuten Leukämie eingesetzt wird. Grund für diese Indikation ist seine ebenfalls zytostatische Wirkung. Es wird von bestimmten, grampositiven Bakterien aus der Gattung Streptomyces hergestellt.
2 Chemie
Das molekulare Grundgerüst von DNR setzt sich aus einer Aneinanderreihung von 4 Benzolringen zusammen. Demnach gehört das Zytostatikum zur Gruppe der Aromaten bzw. aromatischen Kohlenwasserstoffverbindungen. Seine chemische Summenformel lautet:
- C27H29NO10
Die verschreibungspflichtige Substanz liegt bei Zimmertemperatur als Feststoff vor und besitzt einen Schmelzpunkt im Temperaturbereich von rund 208 – 209 °C. Die Löslichkeit in Wasser gilt als allgemein schlecht, wobei sie bei 25 C° am besten ist.
3 Synthese
Isolierung aus den Bakterienarten:
4 Indikationen
Sowohl bei Kindern und Jugendlichen, als auch bei Erwachsenen wird DNR insbesondere im Rahmen der Chemotherapie gegen die akute lymphatische Leukämie, sowie gegen die akute myeloische Leukämie eingesetzt. In praktisch allen Fällen wird der Wirkstoff zusammen mit anderen Zytostatika verabreicht. Bei der akuten lymphatischen Leukämie ist DNR das Mittel zur Einleitung einer Chemotherapie (Induktionsphase).
5 Anwendung
6 Wirkungsmechanismus
- DNR entfaltet seine zytostatische Wirkung als DNA-Interkalator. Er indiziert die Interkalation zwischen den zur DNA gehörenden Nukleinbasen. Durch diesen Prozess kommt es zur irreversiblen Blockade der Replikation und damit zur Aufhebung der Mitose. Ebenfalls blockiert ist eine Transkription mit anschließender RNA-Synthese und Polypeptidbildung.
- weiterhin besitzt DNR eine hemmende Wirkung auf die Topoisomerase II
- der dritte Wirkungsmechanismus von DNR beruht auf der Entstehung von Redoxreaktionen. Nach der Aufnahme von DNR erfolgt eine Aktivierung zu einem Zwischenprodukt, das die Eigenschaften eines freien Radikals besitzt. Diese hochreaktive Zwischenstufe überträgt Elektronen auf molekularen Sauerstoff, der dann wiederum zu Hydroxyl- und Superoxid-Radikalen verwandelt wird. Letztere Beiden haben eine stark zytotoxische Wirkung und bewirkten weitere Schäden der DNA – insbesondere Strangbrüche.
7 Nebenwirkungen
- Leukopenie
- Thrombopenie
- Anämie
- Blutungen
- Infektionen (Schwächung des Immunsystems)
- Haarausfall
- Angina pectoris
- Hypertonie
- Herzrhythmusstörung
- Myokarditis
- Endokarditis
- Herzmuskelschaden
- Perikarderguss
- Lungenödem
- Herzinsuffizienz
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Bauchschmerzen (Schleimhaut wird angegriffen)
8 Wechselwirkungen
- nicht zusammen mit Heparin geben, das es zu Fällungsreaktionen kommen kann
- DNR schwächt die Wirkung von Ciprofloxacin ab
9 Kontraindikation
Tags: Leukämie, Streptomycin, Zytostatikum
Fachgebiete: Arzneimittel
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