Psychopathologischer Befund: Unterschied zwischen den Versionen

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== Inhalte ==
== Inhalte ==
Im psychopathologischen Befund werden folgende Parameter erfasst:
Im psychopathologischen Befund werden folgende Parameter erfasst:
* [[Orientierung]]
* Erscheinungsbild: Beschreibung des äußeren Erscheinungsbildes einschließlich Kleidung, Pflegezustand, [[Mimik]], Haltung und eventueller Auffälligkeiten.
* [[Aufmerksamkeit]] und [[Gedächtnis]]
* Kontaktverhalten: Einschätzung der Interaktionsbereitschaft, z. B. distanziert, abweisend, freundlich, misstrauisch oder kooperativ.
* [[formales Denken]]
* [[Sprache]]: Analyse von [[Sprachfluss]], Verständlichkeit, Lautstärke, Rhythmus, Logik und möglichen Sprachstörungen.
* [[inhaltliches Denken]] (z.B. [[Wahn]]haftigkeit)
* [[Bewusstsein]]: Beurteilung der [[Bewusstseinslage]], wie [[wach]], [[somnolent]], [[soporös]] oder [[komatös]].
* [[Ich-Erleben]]
* [[Orientierung]]: Prüfung der Orientierung in Zeit, Ort, Situation und zur eigenen Person.
* [[Wahrnehmungsstörung]]en (z.B. [[Halluzination]])
* [[Mnestik]]: Beurteilung der [[Gedächtnis]]leistung, einschließlich [[Kurzzeitgedächtnis]], [[Langzeitgedächtnis]] und [[Amnesie]]n.
* [[Affekt]]
* Konzentration und Auffassung: Fähigkeit, Informationen zu verstehen, zu behalten und Zusammenhänge herzustellen.
* [[Antrieb]] und [[Psychomotorik]]
* [[Formales Denken]]: Beobachtung von [[Denktempo]], [[Denkkohärenz]] sowie [[Denkhemmung]]en oder [[Gedankendrängen]].
* Befürchtungen und [[Zwangsstörung|Zwänge]]
* [[Inhaltliches Denken]]: Überprüfung auf [[Wahninhalt]]e, [[Zwang|Zwänge]], überwertige Ideen oder andere [[Denkstörung]]en.
* [[zirkadian]]e Auffälligkeiten
* [[Wahrnehmung]]: Erfassung von Halluzinationen, [[Illusion]]en oder anderen [[Wahrnehmungsstörung]]en.
* Eigen- oder Fremdgefährdung (z.B. [[Selbstverletzendes Verhalten]] oder [[Suizidalität]])
* [[Ich-Störung]]en: Symptome wie [[Derealisation]], [[Depersonalisation]], [[Gedankeneingebung]] oder -[[Gedankenentzug|entzug]].
* [[neurologischer Status]]  
* [[Angst|Ängste]]: Untersuchung auf allgemeine Ängste, [[Panikattacke]]n oder spezifische [[Phobie]]n.
* [[Drogenkonsum]]
* [[Zwang|Zwänge]]: Dokumentation von [[Zwangsgedanke]]n, [[Zwangshandlung]]en, deren Häufigkeit und Belastung.
* [[Stimmung]] und [[Affekt]]: Beurteilung der [[Grundstimmung]], Affektivität, Stimmungslabilität und emotionalen Reaktivität.
* [[Antrieb]] und Interesse: Einschätzung des Aktivitätsniveaus, [[Energie]]levels sowie möglicher Interessenverluste oder -zuwächse.
* [[Psychomotorik]]: Analyse der Bewegungsabläufe, [[psychomotorische Unruhe]], Hemmungen oder [[Katatonie]].
* [[Suizidalität]]: Bewertung von [[Suizidgedanken]], -plänen, -versuchen.
* [[Fremdgefährdung]]: Hinweise auf aggressive Handlungen oder Gedanken gegen andere.
* [[Drogenkonsum]]: Erhebung zum Konsum [[psychoaktiv]]er Substanzen (Art, Häufigkeit, Dauer, Abhängigkeitssymptome).
* [[Zirkadian]]e Auffälligkeiten: Auffälligkeiten im [[Schlaf-Wach-Rhythmus]] und tageszeitliche Schwankungen der Symptome, z. B. morgendliche Verschlechterung bei [[Depression]].
* Krankheitseinstellung: Einsicht in die [[Erkrankung]], Akzeptanz von Hilfe und [[Therapie]].


== Weblinks ==
== Weblinks ==
* [http://www.charite-psychiatrie.de/fileadmin/pdf/lehre/2010/psy/Psychopathologischer_Befund.pdf Psychopathologie und Psychiatrische Krankheitslehre II - Charité]
* [http://www.charite-psychiatrie.de/fileadmin/pdf/lehre/2010/psy/Psychopathologischer_Befund.pdf Psychopathologie und Psychiatrische Krankheitslehre II - Charité]
* [https://befundomat.de/psychopathologischer-befund.html Befundomat.de - psychopathologischer Befund], abgerufen am 26.11.2024


==Literatur==
==Literatur==

Version vom 26. November 2024, 17:21 Uhr

Synonyme: psychiatrischer bzw. psychologischer Befund, Psychostatus

Definition

Der psychopathologische Befund ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse einer systematischen psychologischen bzw. psychiatrischen Untersuchung.

Befunderhebung

Die Befunderhebung erfolgt durch Ärzte, vorwiegend Psychiater oder Kinder- und Jugendpsychiater oder psychologische Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

Der psychopathologische Befund dokumentiert alle Veränderungen bzw. Auffälligkeiten, die für die psychische Störung des Patienten wichtig sind, u.a. Erscheinung (z.B. gepflegt, unordentlich, verwahrlost), Verhalten, Ausdruck und Erlebnisstörungen (z.B. Halluzinationen, abnorme Körpergefühle oder innere Unruhe).

Die Durchführung ist in einen freien und strukturierten Teil gegliedert. Strukturiert wird der Befund meist nach dem AMPD-System. Die Ausführlichkeit des psychopathologischen Befundes hängt sehr stark von der jeweiligen Untersuchungssituation (z.B. Akutsituation oder Störungen in der Kommunikation) ab. Begonnen wird mit dem freien Teil, bei dem der Untersucher vor allem offene Fragen stellt, um den Patienten zu einem freien Bericht seiner Krankengeschichte zu bewegen. Der freie Teil dient dazu, einen Eindruck von der Persönlichkeit, dem Beschwerdebild und dem allgemeinen psychischen Zustand des Patienten zu erhalten.

Nach dem freien Teil wird zum strukturierten Teil des psychopathologischen Befundes übergegangen. Im strukturierten Teil wird gezielt nach konkret vorhandenen Symptomen gefragt. Ggf. werden die Informationen aus dem freien Patientenbericht vervollständigt und oder ergänzt.

Inhalte

Im psychopathologischen Befund werden folgende Parameter erfasst:

Weblinks

Literatur

  • Haug A.: Psychiatrische Untersuchung. 8. Auflage, 2017. Springer Verlag
  • Payk, Brüne. Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie, 7. Auflage, Thieme, 2018
  • Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie (AMDP): Das AMPD-System, 9. Auflage, 2016, Hogrefe Verlauf