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Psychomotorik

Englisch: psychomotor domain

1 Definition

Als Psychomotorik wird die durch psychische Vorgänge beeinflussbare Gesamtheit eines Bewegungsablaufes bezeichnet. Psychomotorische Techniken können adjuvant im Rahmen der Heil- und Sonderpädagogik sowie der Psychiatrie eingesetzt werden.

2 Hintergrund

Psychomotorik fand erstmals in Form von heilpädagogischem Turnen in den 1920er Jahren Anwendung. Als Gründer der Psychomotorik in Deutschland gilt Dr. Ernst Kiphard. Weltweit entwickelten sich mehrere Psychomotorik-Schulen mit unterschiedlichen Ansichten. Ihnen ist gemein, dass sie durch das Medium der Bewegung versuchen, den Patienten eine Erschließung seiner persönlichen und sozialen Umwelt zu ermöglichen. Demnach steht jeder Bewegungsvorgang mit psychischen Prozessen in einer wechselseitigen Beziehung. Motorische, emotionale, psychische und soziale Prozesse sollen durch psychomotorisches Arbeiten verknüpft werden. Psychomotorische Übungen können sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen angewendet werden.

3 Störungen der Psychomotorik

Störungen der Psychomotorik können bei vielen psychiatrischen Erkrankungen auftreten (z.B. bei affektiven Störungen (Depression, Manie), Schizophrenie, Delir, ADHS). Ein psychomotorisches Symptom mit Bewegungsstörungen und Erregungszuständen ist die Katatonie. Weiters zählen Hypokinesien (Stupor, Mutismus, Katalepsie, Negativismus, Haltungsstereotypien), Hyperkinesien (Raptus, Echolalalie, Echopraxie, Manierismen, Parakinesen) und motorische Unruhe zu den Störungen der Psychomotorik.

Fachgebiete: Physiotherapie, Psychiatrie

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