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Hydroxocobalamin

(Weitergeleitet von Vitamin B12b)

Synonyme: Hydroxycobalamin, Vitamin B12b

1 Definition

Hydroxocobalamin ist ein tiefroter, kristalliner Stoff mit hygroskopischen Eigenschaften. Es handelt sich um einen dem Cyanocobalamin (Vitamin B12) verwandten Wirkstoff, der eine höhere Eiweißbindung als das Cyanocobalamin hat und somit eine bessere Depotwirkung besitzt.

2 Chemie

Hydroxocobalamin ist eine komplex aufgebaute organische Cobaltverbindung, die unter anderem ein sogenanntes Corrinsystem enthält, das strukturell mit dem Porphyrin verwandt ist, aber eine Methingruppe weniger besitzt.

Die chemische Bezeichnung (IUPAC-Name) für Hydroxocobalamin ist Coα-[α-(5,6-dimethylbenzimidazolyl)]-Coβ-hydroxocobamid. Die Summenformel lautet C62H89CoN13O15P.

3 Anwendung

Hydroxocobalamin kann nach der Umwandlung im menschlichen Organismus zu Methyl-Cobalamin und 5-Desoxyadenosylcobalamin, der aktiven Form des Vitamin B12, gespeichert werden. Aus diesem, nun körpereigenem Depot, ist die Behandlung des Vitamin B12- Mangels gegeben.

Zur medizinischen Anwendung gibt es mehrere Applikationsformen. Ein Pulver zur Auflösung, das intravenös appliziert wird, eine orale Applikationsform sowie einen Sirup.

3.1 Verwendung als Antidot

Eine wichtige Indikation besteht außerdem in der Behandlung von Blausäurevergiftungen. Bei der entsprechenden chemischen Reaktion im Organismus der oder des Vergifteten wird die Hydroxyl-Gruppe des Hydroxocobalamin durch eine Cyano-Gruppe ersetzt und unter Freisetzen von Wasser in Cyanocobalamin überführt, das renal ausgeschieden werden kann.

4 Dosierung

Bei der Behandlung der Blausäurevergiftung werden eine Gabe von 5 g intravenös innerhalb von 25 bis 30 Minuten bei Erwachsenen und von 70 mg pro kg Körpermasse bei Kindern empfohlen. Evtl. ist eine Wiederholung erforderlich. Die Lösung zur intravenösen Applikation kann mittels 0,9%iger Kochsalzlösung oder mittels 5%iger Glucoselösung hergestellt werden.

5 Nebenwirkungen

Als häufigste Nebenwirkungen werden Rotverfärbung von Haut und Urin genannt, die aber reversibel sind (erstere meist nach 15, letztere nach bis zu 35 Tagen). Weitere Nebenwirkungen sind Schluckbeschwerden, Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Durchfall und Magenprobleme im Bereich des Gastrointestinaltraktes. Im Bereich der Atmungsorgane werden Dyspnoe, Brustbeschwerden, trockener Rachen und Engegefühl im Halsbereich erwähnt. Außerdem können Pleuraergüsse auftreten. Blutbildveränderungen werden ebenso genannt. Im Rahmen allergischer Reaktionen wird über Schwellungen der Augen, Schwellung der Zunge, Schleimhautschwellung im Nasen- und Rachenbereich, Bläschenbildung der Haut und Entzündungsreaktionen in Nähe des Applikationsortes berichtet. Des Weiteren wird auf allgemeine Symptome wie Cephalgien, Vertigo und Gedächtnisstörungen hingewiesen.

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