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Synonym: Sildenafilcitrat
Englisch: sildenafil
Handelsname(n): Viagra®
Wortherkunft: Kunstwort aus 'vigor' (lateinisch: Stärke) und 'Niagara
Definition
Viagra (Wirkstoff: Sildenafil) ist ein Phosphodiesterase-5-Hemmer zur Behandlung der erektilen Dysfunktion.
Chemie
Pharmakologie
Klinisch relevante Eigenschaften sind:
- Wirkungseintritt: Die Wirkung setzt in der Regel 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein.
- Wirkdauer: Die gefäßerweiternde Wirkung hält etwa 4 bis 5 Stunden an.
- Erforderliche sexuelle Stimulation: Viagra führt nicht zu einer spontanen oder ungewollten Dauererektion, sondern wirkt ausschließlich bei sexueller Erregung.
Wirkmechanismus
Sildenafil hemmt selektiv die Phosphodiesterase-5 (PDE-5), ein Enzym, das für den Abbau von zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) verantwortlich ist. Bei sexueller Erregung wird im Corpus cavernosum Stickstoffmonoxid (NO) freigesetzt, das die Guanylylcyclase aktiviert. Diese katalysiert die Bildung von cGMP aus GTP. Das cGMP bewirkt eine Relaxation der glatten Muskulatur in den Schwellkörpern und ermöglicht den verstärkten Bluteinstrom. Durch die Hemmung der PDE-5 akkumuliert cGMP, wodurch die erektile Funktion verstärkt und verlängert wird. Sildenafil zeigt eine 10-fach höhere Selektivität für PDE-5 im Vergleich zu PDE-6 (Retina) und eine über 80-fach höhere Selektivität gegenüber PDE-1 (Herz, Gehirn).
Pharmakokinetik
Nach oraler Einnahme wird Sildenafil rasch resorbiert. Die Resorption wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme verzögert, insbesondere bei fettreichen Mahlzeiten. Die Bioverfügbarkeit beträgt etwa 40 %. Die maximale Plasmakonzentration wird nach 30 bis 120 Minuten erreicht. Die Plasmaproteinbindung liegt bei etwa 96 %. Der Metabolismus erfolgt hauptsächlich über CYP3A4 in der Leber. Die Plasmahalbwertszeit beträgt 3 bis 5 Stunden. Die Elimination erfolgt überwiegend als Metaboliten über die Fäzes (80 %) und den Urin (13 %).
Indikationen
Die zugelassenen Indikationen umfassen:
- Erektile Dysfunktion bei erwachsenen Männern
- Pulmonale arterielle Hypertonie (PAH) der WHO-Funktionsklassen II und III bei erwachsenen Patienten sowie PAH bei Kindern ab 1 Jahr (als Revatio®)[1]
Sildenafil ist nicht zur Behandlung der Intrauterine Wachstumsrestriktion (IUGR) zugelassen und darf hierfür nicht angewendet werden. Die STRIDER-Studien wurden aufgrund von Sicherheitsbedenken vorzeitig abgebrochen.[2]
Die Therapie der erektilen Dysfunktion mit PDE-5-Hemmern wie Sildenafil richtet sich nach der S3-Leitlinie „Epidemiologie, Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion" (AWMF-Registernummer 043/059).[3]
Dosierung
Vor Therapiebeginn sollte eine kardiovaskuläre Abklärung erfolgen, da sexuelle Aktivität mit kardialer Belastung einhergeht. Für eine optimale Wirksamkeit und Verträglichkeit sollte die Einnahme stets nach ärztlicher Rücksprache erfolgen. Die Viagra-Dosierung wird individuell angepasst.
Allgemeine Dosierungsrichtlinien
- Standarddosis: Die empfohlene Anfangsdosis für die meisten Erwachsenen beträgt 50 mg, eingenommen etwa eine Stunde vor dem geplanten Geschlechtsverkehr.
- Dosisanpassung: Je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Dosis auf 25 mg reduziert oder auf maximal 100 mg erhöht werden.
- Maximale Frequenz: Das Medikament darf höchstens einmal pro Tag eingenommen werden.
Wichtige Anwendungshinweise
- Einfluss von Nahrung: Eine schwere oder sehr fettreiche Mahlzeit vor der Einnahme kann den Wirkungseintritt verzögern.
- Verzicht auf Alkohol: Übermäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigt die Erektionsfähigkeit und verstärkt das Risiko von Blutdruckabfällen.
- Keine Nitrat-Kombination: Die gleichzeitige Einnahme mit nitrathaltigen Arzneimitteln oder sogenannten Poppern ist lebensgefährlich.
Darreichungsformen
Viagra ist als Filmtabletten in den Stärken 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich.
Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen sind:
- Gleichzeitige Anwendung von Nitraten oder Stickstoffmonoxid-Donatoren
- Gleichzeitige Anwendung anderer PDE-5-Hemmer
- Schwere Herzinsuffizienz
- Instabile Angina pectoris
- Myokardinfarkt innerhalb der letzten 6 Monate
- Schlaganfall innerhalb der letzten 6 Monate
- Schwere Hypotonie (Blutdruck <90/50 mmHg)
- Schwere Leberinsuffizienz
- Nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION) in der Anamnese
Relative Kontraindikationen
Relative Kontraindikationen umfassen:
- Retinitis pigmentosa
- Anatomische Deformation des Penis
- Prädisposition für Priapismus
Nebenwirkungen
Viagra ist im Allgemeinen gut verträglich, kann jedoch wie jedes wirksame Arzneimittel Begleiterscheinungen hervorrufen.
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig (>10 %) | Kopfschmerzen |
| Häufig (1–10 %) | Flush, Dyspepsie, verstopfte Nase, Schwindel, Sehstörungen, Farbsehstörungen |
| Gelegentlich (0,1–1 %) | Herzinfarkt, Schlaganfall, ventrikuläre Arrhythmien, instabile Angina pectoris, Somnolenz, Hypoästhesie, Vertigo, Tinnitus, Tachykardie, Palpitationen, Epistaxis, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag |
| Selten (<0,1 %) | plötzlicher Herztod, Priapismus, NAION, plötzlicher Hörverlust, Überempfindlichkeitsreaktionen |
Wechselwirkungen
Klinisch relevante Wechselwirkungen bestehen insbesondere mit folgenden Arzneimitteln oder Arzneimittelgruppen:
- Cytochrom-P450-3A4(CYP3A4)-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol, Erythromycin, Cimetidin): Erhöhung der Sildenafil-Plasmaspiegel
- CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin): Verminderung der Sildenafil-Plasmaspiegel
- Alpha-Blocker: Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung
- Antihypertensiva: Additive blutdrucksenkende Effekte
- Nitrate: absolut kontraindiziert wegen lebensbedrohlicher Hypotonie
- Riociguat (Adempas®): absolut kontraindiziert wegen lebensbedrohlicher Hypotonie
Viagra im Vergleich zu Sildenafil-Generika
Patienten haben die Wahl zwischen dem Markenpräparat und wirkstoffgleichen Generika.
- Das Original: Viagra (hergestellt von Pfizer) verfügt über langjährige klinische Erfahrung und eine hohe Markenbekanntheit.
- Identischer Wirkstoff: Sildenafil-Generika enthalten denselben Wirkstoff in gleicher Reinheit und Dosierung, sind jedoch aufgrund des abgelaufenen Patentschutzes deutlich preiswerter.
Zulassung
Rechtliche Bestimmungen in Deutschland
Der Erwerb von Potenzmitteln unterliegt gesetzlichen Regelungen, die Fälschungen vorbeugen und die Patientensicherheit gewährleisten sollen.
- Strikte Rezeptpflicht: Sildenafil ist in Deutschland ausnahmslos verschreibungspflichtig. Ein rezeptfreier Kauf ist illegal.
- Legaler Online-Kauf über Telemedizin: Patienten können Viagra legal online beziehen, indem sie eine zugelassene telemedizinische Plattform nutzen. Nach Ausfüllen eines medizinischen Fragebogens prüft ein Arzt die Eignung und stellt ein E-Rezept aus.
- Warnung vor illegalen Angeboten: Seiten, die Viagra rezeptfrei anbieten, vertreiben häufig gefährliche Fälschungen ohne Wirkstoff oder mit gesundheitsschädlichen Beimischungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann man Viagra ohne Rezept kaufen?
Nein. In Deutschland und der gesamten EU ist Viagra rezeptpflichtig. Ein Kauf ohne ärztliche Verordnung ist nicht zulässig und birgt erhebliche Risiken durch gefälschte Arzneimittel.
Wie kann man Viagra legal online bestellen?
Über eine zertifizierte telemedizinische Plattform. Ein approbierter Arzt wertet den medizinischen Fragebogen aus und stellt bei Eignung ein gültiges E-Rezept aus, das direkt an eine Partnerapotheke übermittelt wird.
Wie unterscheidet sich der Preis von Original Viagra und Sildenafil-Generika?
Generika bieten bei identischer Wirkweise und Qualität einen erheblichen Preisvorteil gegenüber dem Originalpräparat Viagra.
Quellen
- ↑ Fachinformation Revatio, abgerufen am 13.08.2026
- ↑ Sharp et al., Maternal sildenafil for severe fetal growth restriction (STRIDER): a multicentre, randomised, placebo-controlled, double-blind trial, Lancet Child Adolesc Health, 2018
- ↑ S3-Leitlinie Erektile Dysfunktion, abgerufen am 13.08.2026
- ↑ FDA Approval for Viagra, abgerufen am 13.08.2026
- ↑ Viagra EPAR, abgerufen am 13.08.2026